Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2020
Geht doch!
Der Synodale Weg der katholischen Kirche
Der Inhalt:

Kann denn Sex komisch sein?

von Markus Dobstadt vom 14.02.2020
Vorgespräch: Das Kasseler Komik-Kolloquium hat das Motto »Nach dem Sex«. Fragen dazu an Sprecher Friedrich Block

Publik-Forum: Herr Block, Sie laden Ende Februar nach Kassel zum Komik-Kolloquium ein. Was erwartet die Besucher dort?

Friedrich Block: Ein achttägiges Festival zu Literatur und Wissenschaft des Komischen. Mit Lese-Bühne, Kabarett, Ausstellung und Preisverleihung. Integriert ist eine humorwissenschaftliche Fachtagung zum Zusammenhang von Komik und Erotik.

Das Motto dieser Tagung lautet »Nach dem Sex«. Ist Sex denn komisch?

Block: Oh, ja. Danach, dabei, davor. Sex bewegt einerseits jeden und jede, andererseits ist er hochgradig tabuisiert. Eine Funktion von Komik ist sicherlich, Tabus aufzubrechen. Und jeder weiß, dass Sex ein Lieblingsthema beim Witzereißen ist.

Kann man über Sex Witze machen, ohne sexistisch zu werden?

Block: Gute Komik bringt Dinge, die im Verborgenen liegen, ans Licht. Und wenig eignet sich so gut dafür wie das Verhältnis von Mann, Frau und und und, weil es so existenziell ist. Da spielt Anziehung, aber auch der Kampf der Geschlechter eine Rolle, die Spannungen zwischen Verführung und Verbot, Macht und Unterdrückung oder Wollen und Können. Das öffnet der Komik Räume und dabei kann es auch schon mal bitter und sarkastisch werden. Wie etwa in dem Witz, den eine feministische Philosophin beim ersten Komik-Kolloquium vor zwanzig Jahren erzählte: »Warum hat Gott den Mann erschaffen? Weil man mit einem Vibrator keinen Rasen mähen kann.«

Erzählen Sie bei der Tagung mehr Witze?

Block: Es wird sicher viele anschauliche Beispiele der Komik geben, aber wir beschäftigen uns vor allem ernsthaft mit dem Thema. Wir fragen, wie komisch es sein kann, wenn beim Sex Höchstleistungen wie im Sport erwartet werden. Es geht um die Frage, welche Rolle Humor bei der Auswahl des Sexualpartners spielt. Oder um Komik im Porno.

Gibt es die?

Block: Unfreiwillig sowieso. Timm Ulrichs zeigt in einer Ausstellung Ausschnitte aus Pornoheften der 1970er-Jahre, bei denen hinter dem Akt jeweils ein berühmtes Bild der Kunstgeschichte an der Wand hängt. Die Meisterwerke werden dann jeweils ganz sachlich mit kunstgeschichtlichen Daten kommentiert – von Albrecht Dürer bis Jörg Immendorf.

Die Welt is

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen