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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2018
Was ist der Mensch wert?
Der Preis des Lebens und die Würde des Menschen
Der Inhalt:

Saudi-Arabien und das Holocaust-Gedenken

Mohammed Al Issa, Vorsitzender der Muslim World League mit Sitz in Saudi-Arabien, hat zum Holocaust-Gedenktag einen offenen Brief an das Holocaust Memorial Museum in Washington DC geschrieben. Er steht unter anderem auf der Webseite der US-Denkfabrik Washington Institute for Near East Policy. Darin hebt Al Issa die Gräueltaten hervor, die Jüdinnen und Juden angetan wurden, und kritisiert mit harschen Worten die Leugnung des Holocaust, wie sie in der arabischen Welt immer wieder vorkommt: »Wir sehen jede Leugnung des Holocaust oder ein Herunterspielen seiner Folgen als einen die Geschichte verfälschenden Frevel an. Es ist auch eine Beleidigung der Würde all der unschuldigen Seelen, die umgekommen sind, und ein Affront für uns alle, weil wir dieselbe menschliche Seele und spirituelle Verbundenheit teilen.«

Solche Töne aus Saudi-Arabien sind ungewöhnlich, ist doch das Königreich dafür bekannt, eine radikale Lesart des Islams zu verbreiten (Wahhabismus). Die Muslim World League, für die Mohammed Al Issa spricht, galt lange als Exporteur eines intoleranten, antisemitischen, hasserfüllten Gedankenguts. Umso erstaunlicher ist das aktuelle Schreiben von Al Issa. Experten aus dem Washington Institute betonen, dies sei ein »bemerkenswerter Brief«. Sie reihen ihn ein in die seit August 2016 zu beobachtenden Veränderungen innerhalb dieser muslimischen Organisation. Mit der Ernennung von Al Issa zum Vorsitzenden sei die Hinwendung zu einem moderateren, toleranteren Islam zu beobachten, heißt es aus der Denkfabrik. Ob die politischen Annäherungen zwischen Saudi-Arabien und Israel ebenfalls eine