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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2017
Steife Brise
Wie der Streit um die Windkraft gelöst werden kann
Der Inhalt:

Mehr Zeit für Kinder

Kirchliche Verbände und SPD-Familienministerin Manuela Schwesig wollen kürzere Arbeitszeiten für Eltern. Die Gewerkschaften leider nicht. Ein Zwischenruf

Die IG Metall hat eine Arbeitszeitkampagne gestartet. »Mein Leben. Meine Zeit. Wir denken Arbeit neu«, lautet der Titel. Im Mittelpunkt der Kampagne der IG Metall stehen jedoch eher brave Forderungen wie »den Verfall von Überstunden bekämpfen«, »Schichtsysteme humaner gestalten« oder »mobile Arbeit regeln«. Was Gewerkschaftschef Jörg Hofmann leider nicht fordert, sind kürzere Arbeitszeiten, damit Familie und Beruf besser miteinander vereinbart werden können. Da gehen kirchliche Verbände wie die Katholische Arbeitnehmer-Bewegung und Familienministerin Manuela Schwesig (SPD) sehr viel weiter.

Schon Hofmanns Vorgänger als IG-Metall-Vorsitzender, Detlev Wetzel, beschränkte sich auf Rhetorik, ohne Taten folgen zu lassen. Eine Befragung unter Gewerkschaftsmitgliedern hatte ergeben, dass die Beschäftigten selbstbestimmter arbeiten wollen und die Vereinbarkeit von Beruf und privaten Verpflichtungen als ein drängendes Thema ansehen. Wetzel lobte die Pläne von Ministerin Manuela Schwesig. Sie setzt sich für ein »Familiengeld« ein, mit dem der Lohnverlust von Eltern, die eine 32-Stunden-Woche praktizieren, wenigstens teilweise ausgeglichen werden soll. Doch in den Tarifverhandlungen konzentrierte sich die Gewerkschaft wie gewohnt auf Lohnerhöhungen.

»Faktisch haben wir immer noch den Standard der 40-Stunden-Woche«, sagt Steffen Lehndorff vom Institut Arbeit und Qualifikation der Universität Duisburg/Essen. Dabei braucht gerade Deutschland wegen der hohen Exportüberschüsse dringend Initiativen, weniger zu arbeiten – schon um die auf Dauer untragbaren Ungleichgewichte in der Euro-Zone zu verringern. In den Gewerkschaften ist davon,