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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

Widerstand gegen rechts

Gesicht zeigen (Hg.)
Mein Kampf gegen Rechts
Europa. 168 Seiten. 14 €

Bisweilen stockt einem der Atem beim Lesen. Etwa, wenn der Sozialarbeiter Nicola-Canio di Marco beschreibt, wie er sich in ständiger Auseinandersetzung mit der extremen und radikalen Rechten befindet. Er gesteht sich ein: »Mein Kampf gegen rechts hat bewirkt, dass ich heute kein Pazifist mehr bin.« Er macht das anschaulich durch seine traumatischen Erlebnisse mit alltäglicher rechter Gewalt. Wenn der Drucker José Paca schildert, wie er ein paar Wochen, nachdem er das Bundesverdienstkreuz bekam, in Erfurt von zwei Männern zusammengeschlagen wurde, damit er die Stadt verlasse. Paca ist schwarz, kommt aus Angola, kam 1989 in die DDR und damit mitten hinein in die Wiedervereinigungswirren. Seine Wahl zum Betriebsratsvorsitzenden wurde ausgehebelt. Emma Louise Meyer stürzte sich in die Flüchtlingsarbeit in Berlin, drehte ein Video, verhalf der Arbeit zu Bekanntheit und mehr Unterstützung. Sie benutzt nicht den Begriff »Kampf«, sondern Bildungsarbeit. Der Kolumbianer Hernán D. Caro, vor 15 Jahren für ein Austauschsemester nach Deutschland gekommen, engagiert sich für Flüchtlinge, kämpft gegen rechts und für das Zusammenleben, »indem ich mich unangenehmen Situationen stelle und die Ausgrenzung thematisiere«. Der Verein Gesicht zeigen gibt das Buch heraus, um dem faschistischen Kampf von rechts etwas entgegenzusetzen. Iris Berben und Sascha Lobo haben ein Geleitwort, Konstantin Wecker einen inhaltsstarken Appell beigesteuert. Der Kampf gegen rechts ist kein leichter. Die rechts- und gewaltverherrlichenden Aktionen sind überall: auf der Straße, in der Musik, in Texten, in Parteien und Initiativ