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kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

VORGESPRÄCH: Kann das Theater Sinn vermitteln?

Fragen an die Dramaturgin Carola Hannusch zum Auftakt der vierten Essener Autorentage »Stück auf!«

Publik-Forum: Frau Hannusch, die Essener Autorentage zeigen diesmal Stücke zum Thema »Einer muss dran glauben«. Wie kamen Sie darauf?

Carola Hannusch: Glaube in Form von Religion steht heute nicht im Mittelpunkt – dafür verehren wir andere Götter, beispielsweise den Konsum. Dennoch spielt die Suche nach dem Sinn in unserer säkularisierten Welt eine Rolle. Denn ohne etwas, das unserem Sein einen übergeordneten Sinn gibt, stehen wir ziemlich verlassen da. Zudem sehen wir aktuell, dass in anderen Regionen der Welt der Glaube in Form von Religion eine viel wichtigere Rolle spielt ...

Die Autorentage »Stück auf!« am Schauspiel Essen sind ein Wettbewerb für Dramatiker. Wie läuft der ab?

Hannusch: Wir haben das Thema ausgeschrieben, 128 Texte sind dazu eingegangen. Unsere Jury hat acht davon anonym ausgewählt. Die Dramatiker bekommen hier nun die Gelegenheit, ihre Stücke vorzustellen. Das ist ein Marathon: Die Zuschauer sehen acht szenische Lesungen von je einer halben Stunde. Bei der Vielfalt wird garantiert keinem langweilig (lacht). Die Autoren sind alle anwesend, sodass man mit ihnen ins Gespräch kommen kann. Das Gewinner-Stück wird dann in der kommenden Spielzeit am Schauspiel Essen uraufgeführt.

Inwiefern muss immer einer dran glauben?

Hannusch: Der Titel lässt natürlich Raum für Interpretation. Aber ja, im Extremfall geht es so weit, dass auch Menschen sterben. Es wird deutlich, dass der sinnstiftende Faktor Religion offenbar oft dafür herhalten muss, Verfolgung, Ausgrenzung und Mord zu rechtfertigen.