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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

Mietmönche in Japan

vom 12.02.2016

In Japan wird die Bindung an buddhistische Tempel schwächer. In den letzten Jahren suchen Familien im Internet nach Mönchen, die Beerdigungen und andere Rituale durchführen. Als der Online-Versandhändler Amazon einem solchen Mietmönch-Unternehmen eine Plattform bot, nahm die Japanische Buddhisten Vereinigung das zum Anlass, die Kommerzialisierung von Religion zu kritisieren. Viele Japaner sind allerdings froh, dass sie diesen »kundenfreundlicheren« Online-Dienst nutzen können. In Japan sind buddhistische Rituale vor allem für den Tod zuständig. Buddhistische Gedenkzeremonien, wie sie von den Tempeln angeboten werden, kosten bis zu 800 Euro, Beerdigungen sogar bis zu 8000 Euro. Der Basisdienst eines Mönch-Lieferservices kostet dagegen nur 280 Euro. Kaichi Watanabe ist als Mietmönch unter Vertrag und sagte der Nachrichtenagentur Associated Press: »Ich hoffe, dass eine solche Dienstleistung, ein Kind des Internetzeitalters, dazu führt, dass buddhistische Tempel wieder Orte werden, die jedermann zugänglich sind.« Viele der 75 000 Tempel in Japan sehen sich mangels Nachfrage in ihrer Existenz bedroht.

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