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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

Germanwatch lobt Papst-Enzyklika

Die Entwicklungs- und Umweltorganisa tion Germanwatch lobt in einem Hintergrundpapier die Enzyklika »Laudato Si« von Papst Franziskus. Autor ist der politische Geschäftsführer Christoph Bals. Die Enzyklika sieht er als ein Dokument »reflektierenden Glaubens«, da die wesentlichen Thesen »doppelt codiert«, also theologisch und wissenschaftlich begründet würden. Auf diese Weise schafft Franziskus das Fundament für einen Paradigmenwechsel: An die Stelle des »Menschen als Herrscher« tritt die »universelle Geschwisterlichkeit« mit allen Mitgeschöpfen. Die Armen rücken ins Zentrum, die Umwelt wird zur Mitwelt. Die Enzyklika, so Bals weiter, lade auch nichtchristliche und säkulare Menschen zu einem echten Dialog auf Augenhöhe ein – »für ein Dokument der katholischen Kirche in erstaunlichem Maße«. »Laudato Si« könnte es gelingen, die in religiöser Sprache und Bildern festgehaltenen Erfahrungen der Krisenbewältigung zu übersetzen. So könnte die Enzyklika neue Perspektiven für die gesamte pluralistische Gesellschaft eröffnen: »Sie sprengt den oft ökonomisch-technokratisch verengten Horizont der Umwelt- und Entwicklungsdiskurse und öffnet Spielraum für ethische, moralische und ästhetische Kritik des vorherrschenden Paradigmas.« Bals sieht in dem Weltrundschreiben des Papstes eine »sorgfältig begründete, aber gut lesbare Provokation« – auch im Dienste der Armen. Allerdings habe die Enzyklika auch nach wie vor »blinde Flecken« in Bezug auf die Rolle der Frau sowie der Homo- und Transsexuellen. Bals’ Fazit: »Laudato Si« hat eine Antwort verdient. Zivilgesellschaftliche Akteure müssten nun Ernst machen und Franziskus’ Dialogangebot annehmen.