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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

Aufgefallen: Der Türöffner

Früher hat Justin Trudeau einmal als Türsteher gejobbt. Nun ist er seit vier Monaten Premierminister Kanadas – und krempelt die Politik um

Als Überraschungssieger, Hoffnungsträger und Superstar wurde Justin Trudeau gefeiert, der seit November Kanada regiert. Die Zeitungen überschlugen sich vor Begeisterung für den jungen liberalen Premier, und in den sozialen Netzwerken brach eine wahre Euphorie aus. Trudeau ist offen und bürgernah, vor allem aber vermittelt er Zuversicht. »Optimismus und unverbrauchten Reformeifer« attestiert ihm das Manager-Magazin. »Kanada hat sich gegen die Angst entschieden«, schrieb die Süddeutsche Zeitung nach der Wahl.

In den ersten Wochen im Amt hat er bereits einige Wahlversprechen eingelöst – und rigoros mit der Politik seines Vorgängers gebrochen. Er senkte das Rentenalter, setzte sich für die indianischen Ureinwohner ein und will dafür sorgen, dass mehr als tausend Morde an Frauen, die zu den First Nations zählen, aufgeklärt werden. Er erlaubte muslimischen Frauen bei der Einbürgerung den Gesichtsschleier und kündigte den Abzug von Kampfjets aus dem Irak an. Und während viele andere Länder der Welt angesichts der Flüchtlingsströme dichtmachen, öffnete er sein Land. Bisher nahm Kanada nur wenige Tausend Flüchtlinge auf – unter Trudeau sollen es bis Ende Februar 25 000 Syrer sein. 16 000 von ihnen sind schon angekommen, weitere 6000 warten auf die Reise.

Beruflich hat der Vater dreier Kinder schon viel gemacht: Er hat als Snowboard- und Bungee-Jumping-Trainer gearbeitet, als Lehrer und Schauspieler. Trudeau entstammt einer Politik-Dynastie: Vater Pierre Trudeau hat Kanada als Premierminister in den 1970er-Jahren regiert. Sein Sohn macht sich nun daran, auch die kanadische Außenpolitik ordentlich umzukrempeln: Klimapoliti