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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2016
Die Helfer
Flüchtlingskrise: Wie lange halten die Ehrenamtlichen noch durch?
Der Inhalt:

Camilos Erbe

Vor fünfzig Jahren wurde der ehemalige Priester und Untergrundkämpfer Camilo Torres erschossen. Jetzt lässt Kolumbiens Präsident nach seiner Urne suchen. Kann Torres postum zur Versöhnung des Landes beitragen?

Camilo ist ein Symbol der Versöhnung für diese Zeiten des Friedens in Kolumbien.« So äußerte sich jüngst der Erzbischof von Cali (Kolumbien), Darío de Jesús Monsalve, in einer ökumenischen Gedenkfeier für Camilo Torres Restrepo. In der Tat könnte das spirituelle, wissenschaftliche und politische Erbe des ehemaligen Priesters, der, als er keine andere Möglichkeit mehr sah, in den bewaffneten Untergrund gegangen war, hilfreich sein für die laufenden Friedensverhandlungen zwischen der kolumbianischen Regierung und den Revolutionären Bewaffneten Streitkräften (FARC). Wegweisend ist sein Vermächtnis für den anstehenden Neuaufbau der Gesellschaft. Denn Torres ging es darum, das Volk in Gerechtigkeit zu einen. »Amor eficaz«: wirksame Liebe zu und mit den Armen zu üben – das sah er als seine Berufung an.

1929 in Bogotá geboren, wuchs Camilo Torres in einer liberal und antiklerikal eingestellten Oberschichtfamilie auf. Französische Dominikaner erschlossen ihm den christlichen Glauben und weckten den Wunsch, Priester zu werden. Nach der Weihe 1954 studierte er in Löwen (Belgien) Soziologie, was ihm half, die metaphysische Theologie, wie sie damals in den Seminaren gelehrt wurde, zu »erden« und die strukturellen Ursachen von Not und Armut zu erkennen. So wurde ihm die politische Dimension der Nächstenliebe bewusst.

Revolutionär aus Liebe

Nach seiner Rückkehr 1958 wurde er Studentenpfarrer an der Nationaluniversität in Bogotá. Gleichzeitig lehrte er an der von ihm zusammen mit Orlando Fals Borda gegründeten Fakultät für Soziologie. Ein Konflikt an der Universität führte dazu, dass ihm eine andere Aufgabe übertragen wurde, die ihn direkt mit der el