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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 3/2014
Der große Traum
Während im Westen die Euro-Angst grassiert, brennen die Osteuropäer für die europäischen Werte
Der Inhalt:

Eine Region blüht auf

von Gerhard Endres vom 14.02.2014
Die Energiewende gilt vielen als Kostenfaktor. Dabei birgt sie große Chancen. Zum Beispiel im Landkreis Neumarkt, Oberpfalz

Die Oberpfalz ist ein beliebtes Ziel für Touristen. Doch inzwischen reisen auch Leute in den Landkreis Neumarkt, die sich nicht nur erholen wollen: Sie besichtigen die Energiewende.

Im Landkreis Neumarkt stammen schon heute mehr als 46 Prozent des Stroms aus erneuerbaren Energien, der Durchschnitt in Bayern liegt bei 21 Prozent. Rund 436 550 Megawattstunden Strom werden pro Jahr ökologisch erzeugt. Davon stammen rund 200 000 aus Biomasse, mehr als 130 000 aus Fotovoltaik und mehr als 80 000 aus Windkraft. Doch für diesen Landkreis zählt dabei nicht »nur« die Ökologie: Von 2005 bis 2010 stieg die Zahl der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten um knapp 3000 auf 39 500. Auch infolge der Energiewende.

Diese Vorreiterrolle verdankt der Landkreis den vielfältigen, zumeist von aktiven Bürgern angeregten ökologischen Diskussionen, die seit den 1990er-Jahren stattfinden. Eine Agenda-21-Gruppe beschäftigt sich seit zwanzig Jahren mit der nachhaltigen Entwicklung der Gemeinden. Unter Mitbestimmung der Bürger wurde bereits 1998 ein »Kreisleitbild« für Energie und Umwelt erarbeitet.

Dazu treiben wichtige Unternehmer das nachhaltige Denken voran. Da ist Franz Ehrensberger, der mit vielen Preisen geehrte Geschäftsführer der Bio-Brauerei Lammsbräu. Er stellt sein Produkt konsequent ökologisch und mit Rohstoffen aus der Region her und sucht in seinem Unternehmen ständig nach neuen Verfahren, um Energie und Rohstoffe einzusparen. Zu den wichtigen Unternehmen zählt auch die Baufirma Max Bögl, die über ihre Tochterfirma Maxwind Windkraftanlagen erstellt. Die Energiewende ist zwar in ihrem eigenen Interesse. Dennoch fördert sie Diskussionen darüber, wie eine ganze Region von der Energiewende profitieren kann.

Im April 2010 wurde die Bürgerenergiegenossenschaft Jurenergie e. G. mit Unterstützung des Landratsamts gegründet, um die Energieversorgung zusammen mit den Bürgern zu sichern. Die Beteiligungen schwanken zwischen 500 und 80 000 Euro. Mittlerweile hat die Genossenschaft über 14 Millionen Euro von mehr als 900 Mitgliedern einsammeln können. Der größte Teil des Kapitals fließt in Fotovoltaik- und Windkraftanlagen. Die Genossenschaft bietet den Bürgern die Chance, über die Standorte von Energieanlagen mitzuentscheid

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