Auch wer dich liebt, besitzt dich nicht
Gott besitzen zu wollen, ihn für eigene Interessen zu instrumentalisieren und kämen sie aus noch so großer Gottesliebe, ist eine Urversuchung des Menschen. Und wir leben wieder in Zeiten schamlosen Gottesbesitzes für theokratische oder sonstige politische Zwecke. Da ist im Blick auf den 100. Todestag von Rainer Maria Rilke eine Erinnerung an seine Verse aus dem 1905 erschienenen »Stunden-Buch« bitter notwendig. Das Werk ist eine der kühnsten religiösen Dichtungen deutscher Sprache. Rilke hat dafür einen langen Weg gehen müssen.
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Karl-Josef Kuschel war bis 2013 Professor für »Theologie der Kultur und des interreligiösen Dialogs« an der Universität Tübingen. Autor des Buches »Als ob er horchte. Rainer Maria Rilkes Dialog mit Buddha«, (Patmos, Stuttgart 2020). Im Herbst erscheint: »Magische Worte. Ein Leben mit Gedichten«
