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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2020
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Der Inhalt:

Dear Mrs. Super-Nanny,

vom 31.01.2020
Der Letzte Brief (Vorsicht Satire!):

in königlicher Verzweiflung wendet sich Ihre Queen heute an Sie, die berühmte Super-Nanny. Denn Ihre Majestät kommt mit der Erziehung ihrer Kinder und Enkel einfach nicht mehr klar! Obwohl ich mich zeitlebens bemüht habe, ihnen ein perfektes Beispiel zu geben, machen die Kerle einfach, was sie wollen! Die Situation ist so prekär, dass ich am liebsten all die ungehörigen Four-Letter-Words ausrufen würde, die ich sonst nur im engsten Kreis mit meinen geliebten Corgi-Hunden zu teilen pflegte. Seit Wochen wälze ich mich nachts im Queens-Size-Bett und frage mich: Was habe ich nur falsch gemacht? Hat meine Erziehung versagt?

Bislang war ja vor allem Charles das Problemkind. 71 Jahre habe ich vergeblich versucht, meinen Ältesten zu einem angemessenen Thronfolger heranzuziehen. Weil das noch immer nicht gelungen ist, bin ich nun weiterhin gezwungen, auf dem Thron zu sitzen, bis er es gelernt hat! Nicht nur, dass er dieses alberne junge Ding Diana geheiratet und dann gleich nach Strich und Faden betrogen hat (das allein wäre ja halb so schlimm und hat in unseren Kreisen durchaus Tradition). Aber dass er sich dann in einem Rosenkrieg von ihr die Show hat stehlen lassen, war doch … unbelievable. Und schauen Sie sich seine rustikalen Hobbys mit diesem ganzen Grünzeugs an: Glauben Sie, dass das noch therapierbar ist?

Andrew, mein Zweitgeborener, war dagegen immer mein Sonnenschein. Wie der mich und die anderen Ladys um den Finger wickeln konnte! Aber dann ist er an die falschen Freunde geraten, diesen Epstein oder Weinstein oder wie der hieß. Allzu lang habe ich die Zügel lockerer gelassen als bei meinen Reitausflügen und nicht gemerkt, dass das kein Umgang für ihn ist …

Und jetzt auch noch Harry, der kleine Ausreißer! Der Junge ist ein enfant terrible: Mal vergriff er sich an einem Nazi-Kostüm, dann ließ er sich nackig beim Flaschendrehen erwischen – und jetzt ist er einfach mit seinem Filmstar auf und davon. Nach Kanada! Und das nur, weil er eifersüchtig war, weil ich an Weihnachten das Familienfoto seines Bruders aufgestellt habe – und seines nicht! Meinen Sie, ich sollte den Harry mal auf die stille Treppe setzen? Den Tower benutzen wir ja nicht mehr.

Bitte, Mrs. Super-Nanny, kommen Sie bald und sagen Sie mir: Lässt sich da noch was drehen? Wenn Sie das hinkriegen, schlage ich Sie zur Ritterin der Königin.

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