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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2019
Regt! Euch! Ab!
Analyse einer gereizten Gesellschaft
Der Inhalt:

Buch des Monats: Konzertante Bibellektüre

von Norbert Copray vom 25.01.2019
Gesamtschau einer vielgestaltigen Geschichte mit Gott

Egbert Ballhorn/Georg Steins/Regina Wildgruber/Uta Zwingenberger (Hg.)
73 Ouvertüren
Die Buchanfänge der Bibel und ihre Botschaft. Gütersloher Verlagshaus. 700 Seiten. 39 €

Vielen Menschen ist es ein Buch mit sieben Siegeln. Nicht erst durch diese Metapher aus der Johannesapokalypse. Die Bibel wie ein Konzert von Instrumenten, Stimmen, Klangfarben und Melodien vor sich bringen, das hat was. Die 73 Einzelbücher und -texte, die in der christlichen Bibel zusammengeführt sind und dabei 46 Stücke des Ersten und 27 Stücke des Neuen Testaments umfassen, werden anhand ihrer Einstiegspassagen in diesem Buch wie »Ouvertüren« vorgestellt. Denn schon auf den ersten Seiten eines jeden Einzelstücks wird eine Botschaft, ein Grundthema intoniert, das sich in der Bibel als Ganze nicht mehr verliert. Fünfzig anerkannte Bibelwissenschaftlerinnen und -wissenschaftler führen auf diese Weise in die Bibel ein und an ihre zentralen Inhalte heran.

Das gelingt in gut verständlicher Sprache mit oft literarischer Qualität. Das Werk basiert auf einem grundsätzlich kanonischen Verständnis der Bibelexegese, das die Bibel als Ganzes nimmt. Erkenntnisse der historisch-kritischen Auslegung werden behutsam einbezogen, doch so, dass der ursprüngliche Sinn der Bibeltexte weniger relevant ist als deren Sinn für die christlichen Glaubensgemeinschaften und für die menschheitliche Kultur. Daher spielen die Hinweise an jedem Kapitelende zur Wirkungsgeschichte, zu den kulturprägenden Einflüssen eine wichtige Rolle ebenso wie ein Fazit über den Gewinn der Lektüre.

Wegen der großen Anzahl von Exegeten und Exegetinnen eröffnet sich ein Raum, in dem sich die Texte auf breitem Spektrum entfalten können. Das macht das Buch in Entsprechung zur Bibel selbst bei allem Gleichklang vielgestaltig und vielstimmig. Dass verschiedene Stellen zueinander und ineinander in Wider- und Einspruch stehen, gehört zu einem sinnigen Verständnis kanonisch-kulturgeschichtlich-literarischer Bibelauslegung dazu. Dafür steht der Herausgeberkreis: Egbert Ballhorn, Professor für Altes Testament und stellvertretender Vorsitzender des Katholischen Bibelwerks; Georg Steins, Professor für Altes Testament, der das Programm einer »kanonisch-intertextuellen Bibellektüre« entwickelt hat und eine kulturwissenschaftliche Bibelauslegung favorisiert; Regina Wildgruber und Uta Zwingenberger, promovierte B

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