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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2019
Regt! Euch! Ab!
Analyse einer gereizten Gesellschaft
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Wolfgang Sternstein
Endzeit
Books on Demand. 334 Seiten. 19,90 €

Der Pazifist und Friedensaktivist Wolfgang Sternstein liebt die steile These und klare Lagerbeschreibungen. Markant spießt er die ideologischen Blasen unserer Zeit auf, vergisst dabei, dass er selbst in einer sitzt. So kritisiert er ideologische Fehlannahmen: die Politik der Friedenssicherung durch (atomare) Abschreckung, den kapitalistischen wie den sozialistischen Fortschrittsglauben und den Anspruch, im Besitz der absoluten Wahrheit zu sein (Fundamentalismus). Er setzt ihnen sein vorgeblich undogmatisches Gandhi- und Jesusbild entgegen und daran geknüpft eine messianisch-gewaltfreie Friedensethik. Die konstruiert er, indem er etwa Kirche und dogmatisches Christentum entsorgt, das vermeintlich nur gewalttätige Alte Testament verwirft, oder indem er glaubt, den historischen (revolutionär-gewaltfreien) vom geglaubten und dogmatisierten Jesus Christus trennen zu können. Etwas wie aus der Zeit gefallen kommt Sternsteins Endzeitdarstellung daher: Die ökologische Krise spielt bei ihm eine Nebenrolle. Seine Empörung über Atomwaffen versperrt ihm dafür wohl den Blick. Dennoch macht es Laune, Sternsteins frischen und mutigen Darlegungen zu folgen – doch fragt man sich: Ist hier ein postmoderner Don Quichotte unterwegs? Thomas Wagner

Wolfgang Huber
Glaubensfragen
C. H. Beck. 332 Seiten. 16,95 €

Das Buch des früheren Bischofs und Vorsitzenden des Rates der Evangelischen Kirche in Deutschland ist eine überarbeitete Neuauflage seines Werkes »Der christliche Glaube« von 2008. Huber erklärt den evangelischen Glauben solide. Er kennt die aktuelle theologische Diskussion und bezieht Position: mal eher im Sinne der Tradition, wenn er etwa die Heilsbedeutung Jesu mehr mit Kreuz und Auferstehung verknüpft als mit den Worten und Taten Jesu. Dann wieder kritisch, wenn er zum Beispiel den Glauben an ein personales Böses, den Teufel, ablehnt. Oder wenn er die klassische Deutung des Todes Jesu als von Gott gewolltes Sühnopfer kritisiert. Diese Wiedereinführung des Opfergedankens sei für die ersten Christen bereits überwunden gewesen. Eine nüchtern-sachliche Darstellung, die hilft, eigene Positionen zu klären. Hartmut Meesmann

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