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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2019
Regt! Euch! Ab!
Analyse einer gereizten Gesellschaft
Der Inhalt:

Stichwort: Ist die Aufklärung gescheitert?

von Norbert Copray vom 25.01.2019
Wider das Reaktionäre im Zeitgeist

Steven Pinker
Aufklärung jetzt
Für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt. Eine Verteidigung. S. Fischer. 736 Seiten. 26 €

Rupert Lay
Die Zweite Aufklärung
Einführung in den Konstruktivismus. Tredition. 208 Seiten. 19,90 €

Michael Hampe
Die Dritte Aufklärung
Nicolai. 92 Seiten. 20 €

Georg Cavallar
Gescheiterte Aufklärung?
Ein philosophischer Essay.
Kohlhammer. 202 Seiten. 24 €

Georg Cavallar
Islam, Aufklärung und Moderne
Kohlhammer. 226 Seiten. 26 €

Corey Robin
Der reaktionäre Geist
Ch. Links. 344 Seiten. 25 €

In einem dicken Wälzer verlangt Steven Pinker »Aufklärung jetzt« und tritt damit »für Vernunft, Wissenschaft, Humanismus und Fortschritt« ein. Angesichts von Populismus, Faktenfälschung und -ferne, Hassbotschaften, Ignoranz, Rassismus, antidemokratischem Agieren sieht sich der Psychologieprofessor an der Harvard-Universität herausgefordert, nicht nur »eine Verteidigung« der Aufklärung zu betreiben, sondern andere auch zu ihrer praktischen Verteidigung aufzurufen. Pinker wird gegenwärtig zu den wichtigsten Intellektuellen gezählt. Mit seinem Buch will er die Ideale der Aufklärung in die Sprache und in die Umstände unserer Zeit neu hineinformulieren. So ist ein imposantes, sehr anregendes, gelehrtes Buch entstanden.

Leider zeigt jedoch seine harsche Verteidigung der Atomenergie und seine heftige Kritik der Religion, dass auch ein Herold der Aufklärung seine blinden Flecken hat. Denn angesichts des oftmals reaktionären Christentums in den USA ist ihm gar nicht aufgefallen, dass das Christentum gerade nicht notwendigerweise mit Konservatismus einhergeht und dass es ein emanzipatorisches Christentum gibt, das in vielen Fällen die Aufklärung angeregt, aufgenommen, sogar vertieft hat.

Brauchen wir eine Neufassung von Aufklärung oder gleich eine »Zweite Aufklärung«, wie sie der Philosophieprofessor und Jesuit Rupert Lay in seinem gleichnamigen Buch vertritt? Weil die erste Aufklärung (1650-1830) zwar viele Denk- und Handlungsmuster überwunden, aber unbemerkt neue Zwänge geschaffen hat, hält Lay

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