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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2019
Regt! Euch! Ab!
Analyse einer gereizten Gesellschaft
Der Inhalt:

Ausgerechnet Bottrop

Die Stadt im Ruhrgebiet gewann 2010 überraschend den Wettbewerb »Blauer Himmel – Grüne Stadt!« Zu Recht, wie sich heute zeigt

Der Sieg von Bottrop im Wettbewerb »Blauer Himmel – Grüne Stadt« im Jahre 2010 war überraschend – heute gilt die Ruhrgebietsstadt als Modell für den klimagerechten Stadtumbau. Gleich nach dem Sieg erstellte Bottrop unter dem Dach der Beratungsgesellschaft Innovation City Management einen Masterplan für die Bereiche Energie, Wohnen, Arbeiten, Verkehr und Stadt – und diskutierte ihn mit den Bürgern. Das Ziel: So viel Kohlendioxid wie möglich einzusparen. Und das ist gelungen: Laut Berechnungen des Wuppertal-Instituts stieß die 100 000-Einwohnerstadt Ende 2015 um 38 Prozent weniger Kohlendioxid aus als 2010 – und es wird weiter gespart.

Was macht Bottrop so erfolgreich? Zunächst sind es die vielen und unkomplizierten Beratungsmöglichkeiten bei Experten. Mit wenigen Klicks gelangen Unternehmer und Hausbesitzer zu einem Ansprechpartner. Die Förderinstrumente sind einfach. Die Berater verfügen über detaillierte Datenbanken. Diese geben für jedes Gebäude unverzüglich Auskunft, welche Sanierungsmaßnahmen infrage kommen, ob sich das Dach für die Errichtung einer Fotovoltaikanlage eignet und welche Fördermittel der Immobilienbesitzer abrufen kann.

»Wir kennen den Gebäudebestand sehr genau und wissen, wie viel CO2 bei jeder Sanierung eingespart wird. Wenn jetzt einer in einem Einfamilienhaus aus dem Baujahr 1964 neue Fenster einbaut, wissen wir, dass er dabei 15 Prozent CO2 einspart. Dann geben wir über die Bauförderung der Stadt einen Zuschuss von 15 Prozent«, erläutert Burkhard Drescher, Geschäftsführer von der Innovation City Management GmbH. Da die Zuschüsse mit der Einsparung von Kohlendioxid steigen, ist der Anreiz groß, möglichst moderne Techniken einzusetzen.