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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Vorgespräch: Warum 7 Wochen ohne?

von Sandra Hämmerle vom 26.01.2018
Fragen an Arnd Brummer zur diesjährigen evangelischen Fastenaktion

Publik-Forum: Herr Brummer, die Fastenaktion der evangelischen Kirche steht in diesem Jahr unter dem Motto »Zeig dich! Sieben Wochen ohne kneifen«. Aber zeigen wir uns heute nicht ohnehin ständig – in den sozialen Medien oder durch Selfies?

Arnd Brummer: Genau zu dieser Selbstdarstellung im Netz wollen wir ein Gegengewicht bilden! Bei uns soll der Mensch nicht in der Anonymität verschwinden. Sich zeigen heißt: Als Mensch persönlich sichtbar werden. Das kann ich tun, indem ich öffentlich eine andere Perspektive einnehme und dadurch Dinge verändere.

Was wollen Sie mit der Aktion bezwecken?

Brummer: Wir wollen Menschen dazu ermutigen, durch ehrliche Erklärungen sichtbar zu werden. Man könnte einem lauten Kind zum Beispiel erklären »Bitte sei etwas leiser, denn meine Nerven sind schwach«, statt ihm zu sagen: »Das macht man nicht.« Dadurch zeigt man etwas von sich, auch eigene Schwächen.

Wie kann man sich an der Aktion beteiligen?

Brummer: Man kann den Fastenkalender bestellen und sich durch die Bilder und Texte anregen lassen. In manchen Gemeinden gründen sich auch Gruppen. Oder man könnte, gemäß dem Motto, selbst eine Gruppe gründen. Ich kenne jemanden, der eine Gruppe in seiner Firma gegründet hat. Dort denken sie dann gemeinsam darüber nach, wofür sie eintreten möchten.

Auf dem Titelbild des Kalenders sehen wir Vater und Sohn in Superhelden-Pose. Glauben Sie, Gott braucht Helden?

Brummer: Was Gott braucht, können wir nicht beurteilen. Aber wir brauchen Gott. Und das sollten wir ihm und anderen auch zeigen.

Luther war gegen das Fasten, weil er nicht wollte, dass Menschen versuchen, sich damit Gottes Gnade zu verdienen. Warum rufen die Protestanten nun doch zum Fasten auf?

Brummer: Natürlich können wir uns Gottes Gnade und Liebe nicht verdienen. Dahin wollen wir auch nicht zurück. Aber auch Jesus zog sich vierzig Tage in die Wüste zurück, um sich zu sammeln. Manchmal braucht der Mensch eben einen Perspektivwechsel und einen Anstoß, um die Dinge in einem neuen Licht zu sehen. Auch der Prophet Jona wollte zuerst kneifen, als Gott ihn berief. Erst als er drei Tage im Walfischbauch saß, war er bereit, sich

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