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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

»So transparent wie irgend möglich«

Wie tickt die evangelische Kirche beim Geld? Fragen an den Finanzexperten Thomas Begrich

Publik-Forum: Herr Begrich, wie transparent ist der Umgang in der evangelischen Kirche mit dem Geld?

Thomas Begrich: So transparent wie irgend möglich. Ich fange mal unten an. Die Haushalte und Planungen jeder Kirchengemeinde sind öffentlich. Anfang des Jahres soll in Abkündigungen bekannt gegeben werden, dass die Haushaltsabrechnungen im Gemeindebüro eingesehen werden können.

Und die der einzelnen Landeskirchen?

Begrich: Die werden von den gewählten Synoden, also den Kirchenparlamenten, die öffentlich tagen, beschlossen. Und dann auch veröffentlicht. Sie werden den Haushalt der EKD ohne Schwierigkeiten auch im Internet finden. Auch den von den Landeskirchen. Da wir vor Jahren in der EKD und einigen Landeskirchen beschlossen haben, von der kameralistischen auf die kaufmännische Buchhaltung umzusteigen, werden auch die Bilanzen veröffentlicht. Das ist wichtig, weil dann auch das Vermögen veröffentlicht wird.

Aber ich kann nicht persönlich mitentscheiden, in welche Vorhaben mein Geld fließt.

Begrich: Über die Verwendung der Mittel entscheiden in der evangelischen Kirche immer gewählte Gremien. Durch die Gemeindekirchenratswahlen bestimmen wir also letztlich immer mit.

Eine von mehreren Einnahmequellen ist die Kirchensteuer. Warum gibt es sie überhaupt?

Begrich: Mit der Novemberrevolution und der Weimarer Staatsverfassung hat man gesagt, wir wollen Staat und Kirche trennen. Der Staat war nun nicht mehr verantwortlich für die Finanzierung der Kirche. Bis dahin waren auch Pfarrer Staa