Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Mit Paragrafen gegen den Hass?

Das neue Gesetz, das Hass und Hetze im Netz einen Riegel vorschieben sollte, ist heiß umstritten. Der Grat zwischen Rechtsstaatlichkeit und Zensur ist im Internet schmal

Zugegeben: Auf den ersten Blick fällt es schwer, sich für ein Gesetz zu interessieren, das Netzwerkdurchsetzungsgesetz heißt. Erst auf den zweiten Blick wird klar: Verhandelt wird unsere demokratische Kultur. Denn Demokratie findet auch im Internet statt – oder wird dort ausgehöhlt. Hinter der Diskussion um das NetzDG, so die Kurzform, steckt die Frage, wie es gelingen kann, den Rechtsstaat im digitalen Raum durchzusetzen.

Bei der Beantwortung dieser Frage scheiden sich die Geister. Bundesjustizminister Heiko Maas, der Urheber des Gesetzes, nimmt private Konzerne wie Facebook, Google und Twitter in die Pflicht. Sie sollen zukünftig mehr Verantwortung übernehmen, wenn menschenverachtende Kommentare, Bilder oder Videos auf ihren Seiten veröffentlicht werden. Laut einer Studie von jugendschutz.net entfernte Twitter bisher gerade mal ein Prozent der gemeldeten strafbaren Inhalte. Nun ist Schluss mit der Freiwilligkeit: Betreibern von sozialen Netzwerken drohen ab sofort empfindliche Geldstrafen, wenn sie »offensichtlich rechtswidrige Inhalte« nicht binnen 24 Stunden löschen. Für »rechtswidrige Inhalte«, also nicht ganz so offensichtliche, gilt eine Frist von sieben Tagen. Bußgelder drohen allerdings nicht schon bei einem einmaligen Verstoß, sondern erst, wenn ein Unternehmen wiederholt untätig bleibt. Seit Januar ist das umstrittene Gesetz in Kraft. Umstritten ist es deshalb, weil viele sagen: Die Absicht ist gut, aber die Umsetzung nicht. Es häufen sich Beschwerden über vorschnelles, übereiltes Löschen. Die verrücktesten Geschichten gelangten in den vergangenen Wochen ans Tageslicht. Das Sati