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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Heilige Prostituierte

Die sogenannten »Hijras« in Südostasien ordnen sich weder dem männlichen noch dem weiblichen Geschlecht zu. Sie kleiden sich feminin und geben sich weibliche Vornamen, sind aber biologisch meist als Männer geboren. Die Mehrheit der Hijras lassen sich rituell kastrieren, um ganz von ihrer Schutzgöttin Bahuchara Mata angenommen zu werden. Seit 2009 können sie sich in Südostasien als »drittes Geschlecht« registrieren lassen. Die Offenheit und Anerkennung der Gesellschaft aber trügt. Denn mit der offenen und provozierenden Darstellung ihrer Sexualität auf offener Straße fallen sie in den prüden Gesellschaften Indiens, Bangladeschs, Nepals und Pakistans auf und werden aus Scham häufig von ihren Familien verstoßen. Obwohl Hijras traditionell als »Heilige« verehrt werden und bei rituellen Festen, wie der Geburt eines Kindes oder einer Hochzeit, gebeten werden, zu tanzen und Segen zu spenden, bleiben ihnen normale Berufe fast völlig verwehrt. Dadurch sind sie oft zur Prostitution gezwungen, was sie mit zunehmendem Alter in die Armut treibt. Der Auslandspfarrer Markus Lesinski will ein Altersheim in Nepal für sie gründen. Vor Ort findet er dafür kaum Unterstützer.