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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Die Evolution selbst in die Hand nehmen?

von Michaela Schneider vom 26.01.2018
Genomchirurgie ermöglicht immer einfachere Eingriffe im Erbgut – doch die Folgen sind unabsehbar

Was vor wenigen Jahren noch nach Science-Fiction klang, ist heute möglich: Mit einem Verfahren namens CRISPR-Cas9 lässt sich das Erbgut von Lebewesen so einfach, präzise und kostengünstig verändern wie nie zuvor. Einerseits setzen Wissenschaftler große Hoffnungen in die neue Technologie, weil manche schwere Erbkrankheit künftig therapiert werden könnte. Andererseits ist der Schritt zum Designerbaby nur noch sehr klein. Und schlicht nicht absehbar sind die Folgen von Keimbahnveränderungen für künftige Generationen.

Die amerikanische Biologin Jennifer Doudna und ihre französische Kollegin Emanuelle Charpentier gelten als die »Entwickler« dieser revolutionären Gentechnikmethode. Verschiedene Arbeitsgruppen weltweit hatten an dem Projekt gearbeitet und zu den Ergebnissen beigetragen. Erstmals beschrieben wurde die CRISPR-Cas9-Methode im Jahr 2012. Seither weckt das sogenannte »Genom Editing« (Genomchirurgie) ebenso viele Hoffnungen wie Sorgen. Allerdings ist es für die breite Öffentlichkeit kein Thema.

Einer, der sich intensiv mit Risiken und Chancen auseinandersetzt, ist der Biochemiker und Leibniz-Preisträger Jörg Vogel. Schon seit Jahren wirbt er für eine große gesellschaftliche Debatte über die neuen Verfahren und wird nicht müde, mit Befürwortern wie Kritikern zu sprechen. So kürzlich auch im Zuge einer Veranstaltung der »Domschule Würzburg«. Seit 2009 ist Vogel Direktor des Instituts für Molekulare Infektionsbiologie an der Medizinischen Fakultät der Universität Würzburg. 2017 hat er zudem als Gründungsdirektor die Leitung des Helmholtz-Instituts für RNA-basierte Infektionsforschung in der unterfränkischen Stadt am Main übernommen.

RNA – Ribonukleinsäuren – sind so etwas wie das »Urmolekül des Lebens«. Sie setzen nicht nur genetische Informationen in Proteine um, sondern regulieren auch zahlreiche Vorgänge zur An- und Abschaltung von Genen. CRISPR-Cas9, gerne auch als »molekulare Genschere« bezeichnet, lässt sich mittels RNA »programmieren«. DNA wiederum – also jenes Molekül, das die Erbinformation lebender Zellen und Organismen enthält – kann dann mithilfe dieser programmierten Schere an einer ganz bestimmten Stelle sehr präzise geschnitten und zielgerichtet verändert werden. So können bewusst Lücken in der DNA produziert werden, um zum Beispiel bestimmte Gene abzuschalten, erklärte Vogel. An diesen Schnittstellen lasse sich auch »Ersatz-DNA« einfügen. Und einz

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