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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Stichwort: Das Wesen der digitalen Müllabfuhr

von Norbert Copray vom 26.01.2018
Über die Ambivalenz des Internets und wie man mit ihr umgeht

Moritz Riesewieck
Digitale Drecksarbeit
Wie uns Facebook & Co. von dem Bösen erlösen. dtv. 304 Seiten. 16,90 €

Stefan Mey
Darknet
Waffen, Drogen, Whistleblower. C. H. Beck. 239 Seiten. 14,95 €

Aleksandra Sowa
Digital Politics
So verändert das Netz die Demokratie. 10 Wege aus der digitalen Unmündigkeit. Dietz. 183 Seiten. 14,90 €

Andreas Bernard
Komplizen des Erkennungsdienstes
Das Selbst in der digitalen Kultur. S. Fischer. 237 Seiten. 24 €

Joel Luc Cachelin
Internetgott
Die Religion des Silicon Valley. Stämpfli. 157 Seiten. 29,80 €

Jan Kalbitzer
Digitale Paranoia
Online bleiben, ohne den Verstand zu verlieren. C. H. Beck 6248. 208 Seiten. 16,95 €

Ist gegen den digitalen Dreck, gegen Hass und Terror kein Kraut gewachsen? Mit dem Netzwerkdurchsetzungsgesetz (NetzDG) sollten Hetze und gefälschte Meldungen (Fake News) aus sozialen Netzwerken verbannt werden. Die Folgen sind öffentliche Debatten, Spott über die Aussichtslosigkeit und Widersprüche des Gesetzes sowie die fehlende Komponente der verpflichtenden staatsanwaltlichen Aktivitäten. Stattdessen wurde den Firmen Facebook, Google, Twitter und Co. die Bereinigung der hochgeladenen Inhalte aufgeladen.

Deren Löschaktivitäten sind jedoch schon vor dem NetzDG angelaufen. Weit mehr als 100 000 Mitarbeiter sind in Subunternehmen allein auf den Philippinen für die »Digitale Drecksarbeit« bei geringen Löhnen und extremer Belastung tätig, wie der Wirtschaftswissenschaftler und Regisseur Moritz Riesewieck in seinem Reportage- und Analysebuch berichtet. Scharfsinnig beschreibt er, wie die mit Lichtgeschwindigkeit weltweit verbreiteten Bilder und Texte der Bestialität, der Grausamkeit und des Hasses in Fließbandarbeit angeschaut, bewertet und eventuell gelöscht werden. Riesewiecks Buch ist nichts für empfindliche Menschen. Und auch die digitalen Lösch- und Reinigungstrupps in Manila und andernorts entgehen wohl kaum der eigenen Traumatisierung, obwohl sich viele als fundamental christlich Gläubige gut gewappnet sehen.

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