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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

Bernd Wollschlaeger
Ich bin Jude aus dem Herzen
Europa Verlag. 272 Seiten. 18,90 €

Der Autor erzählt seine sehr persönliche und zugleich politische, vor allem aber sehr deutsche Geschichte. Als Sohn eines hochdekorierten Wehrmachtsoffiziers leidet er unter der Weigerung seines Vaters, über die NS-Vergangenheit zu sprechen oder gar sie zu hinterfragen. Bei seinen Recherchen über die Nazi-Verbrechen und die Verwicklung der Wehrmacht entdeckt der 1958 geborene Sohn auch das Judentum. Dessen religiöse Praxis fasziniert ihn ebenso wie die Begegnung mit dem Land Israel. Seine Annäherung mündet in der Konversion, die den Bruch mit seiner Herkunftsfamilie, insbesondere seinem Vater, mit sich bringt. Auch wenn der Weg, den der Autor zur Bewältigung der Nazi-Vergangenheit geht, sehr persönlich ist, dürften viele seiner Generation die geschilderte familiäre Sprachlosigkeit in Sachen NS-Zeit wiedererkennen. Lutz Lemhöfer

Norbert Bicher
Mut und Melancholie
Dietz. 248 Seiten. 22 €

An Heinrich Böll schieden sich die Geister. Für die einen war er ein Wegbereiter des Terrorismus, für die anderen eine moralische Autorität. Wie gespalten die deutsche Öffentlichkeit in den 1970er-Jahren war, kann man den siebzig Briefen und weiteren Dokumenten entnehmen, die der Journalist Norbert Bicher zusammengestellt hat. Im Zentrum steht dabei das von gegenseitiger Hochachtung geprägte Verhältnis zwischen Böll und Willy Brandt. Böll, der von den Springer-Zeitungen maßlos verunglimpft wurde, konnte sich auf Brandt verlassen. Dessen Rückendeckung war ihm sicher, auch