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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2018
Publik-Forum Ausgabe 2/2018: 1968. Ein irres Jahr
Der Inhalt:

Brutal konsequent

Donald Trump gilt als irrational und verrückt. Doch so einfach ist es nicht

Inzwischen mehren sich die Insiderberichte aus dem Weißen Haus, die den US-Präsidenten als »kranken Irren« darstellen. In seinem Buch »Fire and Fury« beschreibt der Publizist Michael Wolff, wie Mitarbeiter im Weißen Haus über ihren Chef lästern, seine Erinnerungslücken zur beginnenden Demenz hochspielen und seine Familienmitglieder beleidigen. An diesen Beobachtungen ist sicher etwas dran. Allerdings unterschätzen solche Berichte, dass Trump bei allen Launen und Wutausbrüchen erstaunlich rational handelt. Leider.

Niemand kann bezweifeln, dass es sich bei Donald Trump um einen narzisstischen Autokraten handelt. Aber er setzt die Ziele, die er im Wahlkampf verkündet hat, konsequent durch: Die Zuwanderung aus sechs islamischen Ländern der islamischen Welt ist blockiert; gegen illegale Einwanderer geht die Polizei rigoros vor; Trump hat Jerusalem als Israels Hauptstadt anerkannt; er setzte eine Steuerreform durch, von der vor allem die Reichen profitieren; die Wirtschaft kann die Umwelt zerstören, um nach Rohstoffen zu graben; an Gerichten ließ er rechte Richter einsetzen; bei vielen Medien fördert er rechte Verleger. Bei all diesen Schritten kann er auf die Mehrheit der Republikaner in vielen Gremien zählen.

Donald Trump ist nicht deshalb gefährlich, weil er krank ist, sondern weil er seine Ziele mit allen Mitteln durchsetzt – auch im Parlament. Als Schlussfolgerung bleibt, dass Trump nicht mit psychologischen Ferndiagnosen oder mit dem Vorwurf der Unzurechnungsfähigkeit beizukommen ist, sondern nur mit politischem Widerstand. Nur wenn die zahlreichen Anti-Trump-Initiativen genug Bürger mobilisieren, damit sich die Mehrheitsverhältnisse im Kongress bei den Wahlen im November dieses Jahres ändern, könn