Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2017
Bevor es zu spät ist
Wie junge Menschen vor gewaltbereiten Salafisten bewahrt werden können
Der Inhalt:

Leserbriefe

vom 27.01.2017

Historisch oder nicht?

Zu »Der wirkliche Jesus« (24/16, Seite 34-35)

Was kann ich als Christ mit diesem Aufsatz machen? Ich lese: Wir haben nur die Evangelien als Quellen der Jesus-Erkenntnis und die sind alle widersprüchlich und miteinander unvereinbar. Die Empfehlung: Alle Evangelien in unterschiedlichen Übersetzungen lesen und dann in Gruppen von anderen Theologen darüber diskutieren, dann ergibt sich wohl als Resultat von crowd intelligence die »Wahrheit«. Aber mal ehrlich: Wie kann man auf die Idee kommen, Schriften, die vor 2000 Jahren von Menschen geschrieben wurden, hätten für heutige Menschen irgendeine Bedeutung? Die Verfasser der Evangelien wären wohl zu schallendem Gelächter angeregt, wenn sie erführen, dass ihre Sätze als »heilige Schriften« nach zwei Jahrtausenden zur Lektüre empfohlen würden. Die vielen Verfasser der hebräischen Bibel würden noch lauter lachen, da sie nur für ihre damaligen Stammesgenossen zur inneren Stabilisierung der Gruppe schrieben. Mein Vorschlag: Erarbeitung einer Art von Grundgesetz für Christen. (Darauf könnte man die Firmlinge auch vereidigen!) Einzelne Paragrafen könnten den vorliegenden Schriften von Religionen entnommen werden, andere müssten die aktuelle Lebenswirklichkeit berücksichtigen. Als Resultat stelle ich mir eine Art »Weltethik« vor, eine Anweisung zum »guten« Leben in der Gegenwart. Das wäre sicher keine »heilige Schrift«, nur eine von Menschen für Menschen. Der Vorteil: Alle des Lesens mächtigen Menschen könnten den Text lesen und verstehen, ohne die Hilfe von kompetenten Fachleuten. Georg Fritzen, Düren

Der Autor versucht hier schlicht, historische Fakten zu ignorieren und die, die mit diesen arbeiten, als Unverständige hinzustellen. Auch der Verweis, dass die Autoren der Evangelien Jesus als Gottes Sohn und Erlöser mit einer einzigartigen Botschaft darstellen und daher eigene Interpretationen für eine adressierte Leserschaft schreiben wollen, kann dies nicht rechtfertigen. Tatsächlich ist Jesus durch diese Theologen-Techniken längst nicht mehr erkennbar. Und natürlich zerbricht das alles zu Recht, denn Jesus war ein guter Mensch, ein freiberuflicher, unausgebildeter Prediger, der die Thora in die Praxis umsetzte. Er wurde nie von einer Jungfrau in Bethlehem, sondern in Nazareth geboren, war Jude, nie Christ. Jesus prophezeite

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen