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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2013
Die Welt ist keine Kaffeetasse
Warum die Naturwissenschaften die Wirklichkeit nicht vollständig erklären können
Der Inhalt:

Der Kunde ist doch König

von Clemens Dirscherl vom 25.01.2013
Der Verbraucher hat wohl Macht – er muss sie nur nutzen.
Eine Antwort auf Friedel Hütz-Adams

In Publik-Forum 24/2012 bezeichnete Friedel Hütz-Adams vom Ökumenischen Institut Südwind die Macht der Kunden als »begrenzt«. Er sieht die Politik in der Pflicht, für faire Produktionsbedingungen zu sorgen. Clemens Dirscherl vom Evangelischen Bauernwerk sieht dies anders:

Die Politik soll es richten« – damit schiebt König Kunde gerne seine Verantwortung ab auf »die da oben« und legt seine Hände in den Schoß. Kunden sind aber mündige Bürger und können ihrer Verantwortung gerecht werden. Daran hapert es aber: ob beim Einkauf von Lebensmitteln oder Textilien. Jeder müsste wissen, dass die spottbilligen T-Shirts von KiK in Wahrheit »sündhaft« billig sind, weil die Kosten für Baumwolle, die Arbeit für Bauern und Pflücker, Transport, Löhne für Weben, Schneiden, Färben, Verpackung und Versand bei 3,99 Euro nicht erwirtschaftet werden können ohne Ausbeutung von Mensch und Natur.

Auch bei unserem »täglich Brot«, den Lebensmitteln, sagen die Preise nicht die ökologische und soziale Wahrheit. Das gilt für Milch, Obst und Gemüse, aber auch für Fleisch und Wurstwaren. Bei Eiern haben die Verbraucher ein Zeichen gesetzt und dem Lebensmittelhandel deutlich gemacht, dass sie keine Eier aus Käfigbatterien mehr wollten. Folglich wurden sie vom Handel ausgelistet. Leider finden sich bis heute Käfigeier in Fertigwaren und Backerzeugnissen. Hier ist der Staat mit einer Kennzeichnungspflicht gefordert.

Bei Fleisch kann der Verbraucher jetzt seine Macht als Souverän des Marktes zeigen. Im Januar startete unter Trägerschaft des Deutschen Tierschutzbundes ein »Tierschutz-Label«. Mit dabei sind Edeka für den Lebensmitteleinzelhandel, der Geflügelproduzent Wiesenhof und die VION-Schlachtunternehmensgruppe. Ziel ist es, für Fleisch- und Wurstwaren zunächst von Schweinen und Hähnchen mit einem blauen Logo für mehr Tierschutz zu werben. Erhöhte Standards für Zucht, Transport und Schlachtung sollen mehr Tierschutz gewähren. Bereits heute gibt es solche Angebote, die jedoch ein Nischendasein führen, insbesondere weil die höheren Futterkosten aus ökologischem Anbau die Preise fast doppelt so teuer machen wie marktgängige konventionelle Ware. Deshalb startet das Tierschutz-Label als zweistufiges System mit Eingangsstufe und Premiumstandard, um einen breiten Marktzugang und damit Verbesseru

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