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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2012
Wenn Gott nicht eingreift
Theologen suchen neue Antworten
Der Inhalt:

Mystik im Alltag einer Pfarrei

Maria Geburt in Aschaffenburg lädt zum Fasten und Feiern ein

»Laetitia vacui – nichts als Freude«. So heißt ein atemberaubend schönes 130-Seiten-Buch. In ihm berichtet die Aschaffenburger katholische Gemeinde Maria Geburt in Fotos und knappen Texten über sich selbst. »Eine Gemeinde schreibt, was seit der Neugestaltung ihres Kirchenraumes 1999 geschieht«, lautet der Untertitel des im Kunstverlag Josef Fink, Lindenberg, Allgäu, erschienenen Bildbandes. Er ist eine ästhetisch erstklassige Einladung zum gemeindlichen Glauben. Leider bildet die Gemeinde Maria Geburt im in puncto Schönheit eher abtörnenden deutschen Kirchenalltag beider Konfessionen eine seltene Perle.

»Sieben Jahre lang, von 1992 bis 1999, haben wir unsere Kirche umgestaltet«, berichtet Pfarrer Markus Krauth. »Das war heftig.« Massive Dauerkonflikte waren an der Tagesordnung, als die neugotische Arbeiterkirche aus den Jahren 1894/95 von nahezu allen Heiligenfiguren, dem Altar und den unbeweglichen Kirchenbänken entleert wurde. Laetitia vacui heißt übersetzt: Freude an der Leere. Man spürt diese betont heutige Freude nun in der Aschaffenburger Vorstadtkirche. Viele konservative Katholiken verließen die Gemeinde Maria Geburt und suchten sich neue Heimaten in anderen Aschaffenburger Pfarreien. Sie flohen vor der ästhetischen Revolution, die in Schweinheim umgesetzt wurde. »Wiederholt versuchte die Würzburger Diözesanleitung, unseren radikalen Prozess zu stoppen«, sagt Pastoralreferent Walther Peeters. Er bildet mit Pfarrer Markus Krauth ein spirituell aktives und in Stürmen erprobtes Seelsorgeteam.

Der Altar ist zu einem Tisch geworden. Stühle sind frei beweglich im Kirchenraum. »Gründonnerstag bauen wir durch den Kirchenraum den langen Abendmahlstisch, an dem die Go