Zur mobilen Webseite zurückkehren
Schriftgröße ändern:

Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2012
Wenn Gott nicht eingreift
Theologen suchen neue Antworten
Der Inhalt:

Kein Geld für Streubomben

Christliche Aktionäre wollen Druck machen

Wer nur eine einzige Aktie hat, hat das Recht, auf den Hauptversammlungen der Unternehmen zu reden und über Grundlegendes abzustimmen: Aufsichtsratsposten, Gehälter, Geschäftspolitik. Je mehr Aktien jemand hinter sich hat, desto mehr wiegt seine Stimme. Das will zum ersten Mal eine deutsche Kirchenbank nutzen, um christliche Ideale auch in Aktiengesellschaften durchzusetzen: Die Bank für Kirche und Diakonie in Dortmund. Bei ihr haben mehr als 5500 vor allem evangelische Institutionen ihr Geld. Sie sorgt seit Ende November zusammen mit der Fondsgesellschaft Union Investment (Frankfurt am Main) dafür, dass die Aktionäre mehr Einfluss auf die Unternehmen nehmen können, von denen sie Aktien besitzen.

»Unsere Kunden haben über die Unternehmensanteile die Möglichkeit, Dinge zu verändern, die ihren Werten widersprechen«, sagt Susanne Hammans, Sprecherin der Bank für Kirche und Diakonie. »Wir müssen diese Macht der Kunden nur zusammenführen.«

Die Idee, kritische Aktionärsstimmen zu bündeln, um den Einfluss zu vergrößern, ist nicht neu. »Man kann auf Hauptversammlungen als Aktionär viel Druck aufbauen. Denn man spricht öffentlich und kann so dem Image der Unternehmen schaden«, sagt Markus Dufner, Geschäftsführer des Dachverbands Kritische Aktionäre in Köln. 1300 Aktionäre sind hier mit mehreren Nichtregierungsorganisationen zusammengeschlossen. Und sie machen seit vielen Jahren erfolgreich Unternehmenspolitik.

Erst vor Kurzem hat sich ihnen Josef Ackermann gebeugt. »Wir möchten nicht Teil davon sein«, sagte der Chef der Deutschen Bank, nachdem ihn die Kritischen Akti