Jeden Morgen staune ich über mein Leben

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Frau Moreno, gerade haben Sie ein Wochenendseminar in Ihrem Haus abgeschlossen, zu dem neun Teilnehmer aus Europa, Asien und verschiedenen Orten der USA gekommen sind. Was genießen Sie an solchen Seminaren?
Zerka Moreno: Ich bin immer glücklich, wenn Leute, die einander nicht kennen, schon nach wenigen Stunden zu einer liebevollen Gemeinschaft verschmelzen. Man spürt das an der Art, wie sie aufeinander eingehen. Die Menschen brauchen heute solche liebevollen Gruppen. Ich bin dann aufgeregt wie ein Kind. Welche Geschenke werde ich wohl bekommen? Die Geschenke sind die Beziehungen, die hier entstehen.
Schafft die Methode Psychodrama diese Nähe?
Zerka Moreno: Sie ist zumindest hilfreich. Im Psychodrama entsteht
Zerka Moreno ist 1917 in den Niederlanden geboren. Sie emigrierte – noch vor der Judenverfolgung – über London in die USA. 1941 lernte sie dort Jakob Levi Moreno (1889-1974) kennen. Der Arzt hatte in Wien um 1910 die Therapieform des Psychodramas entwickelt. »Ich fange da an, wo Freud aufgehört hat«, sagte Moreno. Im Psychodrama spielen Patienten Szenen ihres Lebens; sie entwickeln auf der Bühne Einsicht in ihre Verstrickungen und erproben neue Verhaltensmuster. Psychodrama ist die erste Gruppentherapie in der Geschichte der Psychologie. Zerka Moreno war mit Jakob Moreno 33 Jahre lang verheiratet. Gemeinsam haben sie einen Sohn. Bis heute hält die 93-Jährige noch Seminare in ihrem Haus in Charlottesville im US-Bundesstaat Virginia. Sie ist seit vielen Jahren behindert. Ihr rechter Arm wurde bis zur Schulter amputiert. Sie sitzt im Rollstuhl.
