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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2011
Hilfe, Hass und Hexenwahn
Auf der Suche nach einem neuen Haiti
Der Inhalt:

Voller Geheimnisse und schlichter Würde

»Auf dem tausend Jahre alten Olavsweg haben wir die Natur Mittelnorwegens als grüne Kathedrale Gottes erfahren dürfen. Sie zeigt uns auf einmalige Weise die Schönheit des Schöpfers und die Wunder des Lebens«

Pilgern ist »in«. Im vergangenen Jahr waren etwa eine halbe Million Pilger unterwegs auf dem Jakobsweg in Spanien. Weniger bekannt ist, dass es auch in Skandinavien uralte Pilgerwege gibt – zum Beispiel den Olavsweg von Oslo nach Trondheim. Franz Alt und seine Frau Bigi sind auf dem Olavsweg gepilgert – mit einer Gruppe von 14 Pilgern und einem Pilgerpastor aus Hamburg.

Am Anfang stand der Zweifel. Pilgern – heißt das nicht: Morgengebet, Mittagsandacht und Abendmahl? Übernachten in alten Bauernhöfen, Jugendherbergen und Matratzenlagern? Unterwegs bei jedem Wetter mit Rucksack und Schlafsack? Und 25 Kilometer gehen pro Tag? Soll ich mir das mit 72 noch antun? Und: Was wollte ich als Pazifist eigentlich auf dem Weg dieses seltsamen heiligen Olav, der Norwegen vor tausend Jahren mit Gewalt einte und christianisierte?

Meine Frau Bigi und ich waren zuvor noch nie pilgern. Schon eines der ersten Gebete unseres Hamburger Pilgerpastors Bernd Lohse im glasüberdachten Dom in Hamar hat uns jedoch tief berührt: »Wenn wir uns nun aufmachen und uns geborgen wissen in Gottes Händen und hinausziehen in unbekannte Gebiete, wollen wir uns erinnern an Gottes Verheißungen, die für die ganze Reise unseres Lebens gelten.«

Ausgangspunkt unserer Pilgerreise ist die »schönste Kirche der Welt«, so eine Mitpilgerin, im südnorwegischen Hamar. Die alte Kathedrale ist der ideale Startplatz zu einem anderen geistlichen Zentrum, zur Kathedrale von Nidaros, wie Norwegens drittgrößte Stadt Trondheim im Mittelalter hieß. »488 km til Nidaros« steht auf einem Meilenstein neben der Glaskathedrale.

Ja, pilgern, so lernten wir rasch, ist mehr als wandern. Pilgern entschleunigt unseren hektisch