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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2019
Revolution
Die Welt ist in der Krise. Ein Umbruch ist nötig. Nur welcher?
Der Inhalt:

Gastkommentar: Botschaft aus dem Himmel

vom 11.01.2019
Zur Jahreswende richtete sich der Astronaut Alexander Gerst aus Sorge um den Planeten an seine künftigen Enkelkinder – aus der Raumstation ISS. Dokumentation seiner Videobotschaft

Liebe Enkelkinder,

ihr seid noch nicht auf der Welt und ich weiß nicht, ob ich euch jemals treffen werde. Deswegen habe ich beschlossen, euch diese Nachricht hier aufzuzeichnen. Ich befinde mich gerade auf der Internationalen Raumstation und schaue auf euren wunderschönen Planeten runter. Obwohl ich bis jetzt schon fast ein Jahr im All verbracht und an jedem einzelnen Tag da runtergeschaut habe, kann ich mich einfach nicht daran sattsehen.

Ich weiß, es hört sich für euch vermutlich komisch an. Aber vor mir waren es gerade mal 500 Menschen, die die Erde aus dem Weltraum betrachten konnten, und im Moment leben sieben Milliarden Menschen auf diesem Planeten und nur drei davon im Weltraum. Und wenn ich so auf den Planeten runterschaue, dann denke ich, dass ich mich bei euch wohl entschuldigen muss. Im Moment sieht es so aus, als ob wir, meine Generation, euch den Planeten nicht gerade im besten Zustand hinterlassen werden.

Im Nachhinein sagen natürlich viele Leute, sie hätten davon nichts gewusst. Aber in Wirklichkeit ist es uns Menschen schon klar, dass wir den Planeten mit Kohlendioxid verpesten, dass wir das Klima zum Kippen bringen, dass wir Wälder roden, dass wir die Meere mit Müll verschmutzen, dass wir die limitierten Ressourcen viel zu schnell verbrauchen und dass wir zum Großteil sinnlose Kriege führen. Und jeder von uns muss sich an die eigene Nase fassen und sich überlegen, wohin das gerade führt. Ich hoffe sehr für euch, dass wir noch die Kurve kriegen und ein paar Dinge verbessern können. Und ich würde mir wünschen, dass wir nicht bei euch als die Generation in Erinnerung bleiben, die eure Lebensgrundlage egoistisch und rücksichtslos zerstört hat.

Ich bin mir sicher, dass ihr die Dinge inzwischen sehr viel besser versteht als meine Generation. Und wer weiß – vielleicht lernt ja auch meine Generation noch etwas dazu. Ich weiß inzwischen, dass ein Blick von außen immer hilft. Dass dieses zerbrechliche Raumschiff Erde sehr viel kleiner ist, als die allermeisten Menschen sich das vorstellen können. Ich kann mir vorstellen, wie zerbrechlich die Biosphäre ist und wie limitiert ihre Ressourcen. Ich kann mir vorstellen, dass es sich lohnt, mit seinen Nachbarn gut auszukommen, dass Träume wertvoller sind als Geld und dass man ihnen eine Chance geben muss. Ich weiß, dass Jungen und Mädchen Dinge genauso gut können, und dass doc

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