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Die Zeitschrift, die für eine bessere Welt streitet ...Ausgabe lesen

kritisch • christlich • unabhängigzur aktuellen Ausgabe

 
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2018
Gott neu denken
Über die Versöhnung von Glaube und Wissenschaft
Der Inhalt:

Jugend in Nigeria

Roman. Das »unsichtbare Volk« nennt Elnathan John die Straßenkinder im Norden Nigerias. Schon als Kinder müssen sie sich alleine durchschlagen, rauchen unter dem Baobab-Baum Haschisch und haben dabei oft nicht einmal einen richtigen Namen – und damit auch keine richtige Identität. So auch Johns jugendlicher Protagonist Dantala – das bedeutet auf Hausa »An einem Dienstag geboren«. In seinem eindrucksvollen Debütroman erzählt John Dantalas Geschichte: Wie er von der Koranschule fliegt, nachdem der Vater kein Geld mehr schicken kann. Wie er in dem charismatischen Sheikh Jamal ein Vorbild und einen einflussreichen Arbeitgeber gewinnt. Und wie er sich schließlich als dessen Stellvertreter behauptet, während radikale islamistische Strömungen das Land heimsuchen.

Eindringlich schildert Elnathan John das Leben in Nordnigeria in Zeiten religiösen Fundamentalismus. Er selbst ist im muslimischen Nordwesten Nigerias in einer christlichen Familie aufgewachsen. Sein Roman ist von den eigenen Kindheitserinnerungen beeinflusst.

Der Leser bekommt Einblicke in die komplexen Konflikte zwischen Schiiten und Sunniten, zwischen Sufis und Salafisten. Die Geschichte des jungen Dantala, der seinen Platz in der Gesellschaft sucht, liefert dabei eine menschliche Sichtweise auf die gewaltvollen ideologischen Auseinandersetzungen.

Leicht bekömmlich ist dieser Roman nicht: Hautnah wird von brutalen Straßenkämpfen erzählt – sogar Folterszenen kommen vor. Johns Sprache ist dabei minimalistisch und präzise, der Erzählstil in Ich-Perspektive wirkt authentisch und packend. Durch häufige arabische und Hausa-Aussprüche fühlt man sich direkt ins muslimis