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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2017
Weckruf für die Welt
Wie weiter unter Donald Trump?
Der Inhalt:
Buch des Monats

Eine Wende hin zum Leben

von Norbert Copray vom 13.01.2017
Wie wir die Biosphäre retten

Edward O. Wilson
Die Hälfte der Erde
Ein Planet kämpft um sein Leben. C. H. Beck. 256 Seiten. 22,95 €

Wie wäre das: Ab sofort wird ein globales Netz unantastbarer Reservate geplant, das die halbe Erdoberfläche umspannt? Das wäre »die Hälfte der Erde«, wie sie der 88-jährige weltweit bekannte Ökologe, Biologe und Experte für Biovielfalt Edward Osborne Wilson fordert. Denn nur so ließe sich unser Planet wieder in ein Gleichgewicht bringen. In seinem neuen Buch tritt er »für eine grundlegende Wende in unserem moralischen Denken und ein größeres Engagement für das übrige Leben« ein, »um der Herausforderung des Jahrhunderts zu begegnen«. Unser Leben, unsere Zivilisation, entstamme den Naturlandschaften, daher sei »eine unberührte, wilde Natur« das »angestammte Recht jedes Bewohners dieser Erde«, so der Autor.

Es brauchte 3,8 Milliarden Jahre, bis die Biosphäre entstand, in der wir leben können. Wilson zeigt in seinem Problemaufriss sehr anschaulich, wie bereits ein Teil der für uns relevanten Erde untergeht und wie sehr unsere »extreme körperliche Fragilität« auf eine möglichst intakte Biosphäre samt einem gleichgewichtigen Zusammenspiel aller Arten und Biozonen angewiesen ist.

Als Feldforscher stellt er fest: »Die Biologie der Ausrottung ist kein vergnügliches Fach. Der Tod einer Art ist für die Wissenschaftler besonders deprimierend.« Denn, so sagt Wilson weiter: »Wir werfen damit einen Teil der Erdgeschichte auf den historischen Müllhaufen.«

Und so wendet er sich umso engagierter einer Schilderung der »wahren lebenden Welt« zu – mit den besten Regionen der Biosphäre. Diesem zweiten Buchteil folgt ein dritter mit seinem Lösungsvorschlag: »So retten wir die Biosphäre.« Das, so sagt Wilson, sei nämlich mit einem »ökologischen Realismus« möglich, gerade angesichts zahlreicher positiver Anzeichen und Ausgangsbedingungen, die ihn zuversichtlich stimmten. – Es ist ansteckend und motiviert, diese Sicht Wilsons zu übernehmen und für »die Hälfte der Erde« einzutreten.

Dabei können die »12 Wege in die Zukunft« praxisanleitend sein, die Klaus Wiegandt in »Mut zur Nachhaltigkeit« versammelt. Das Buch bildet den Abschluss einer zwölfbändigen Taschenbuchreihe des Forums für Verantwortung. Es ist auch eine Aktualisierung der zuvor erschienenen Bände, entsta

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