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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2017
Weckruf für die Welt
Wie weiter unter Donald Trump?
Der Inhalt:

Buchbesprechungen

vom 13.01.2017

Sarah Leonard/Bhaskar Sunkara
Die Zukunft, die wir wollen
Europa Verlag. 208 Seiten. 16,99 €

Gemeinsam mit 15 Autoren entwerfen Sarah Leonard, Redakteurin von »The Nation«, und Bhaskar Sunkara, Herausgeber von »Jacobin«, ein politisches Programm für die Vereinigten Staaten. Es ist aus dem Zorn der »Occupy-Wal-Street«-Bewegung entstanden und bündelt eine harsche, vielseitige Gesellschaftskritik. Am Ende der Amtszeit des ersten schwarzen Präsidenten halten die Autoren eine dritte Revolution für notwendig. Auf die Befreiung von der Sklaverei, die Durchsetzung der Bürgerrechte müsse jetzt der Kampf gegen die Armut folgen. Grundeinkommen, Vollbeschäftigung, Steuerreform und demokratische Teilhabe sind ihre europäisch anmutenden Stichworte. Doch die einzelnen Texte lesen sich seltsam altbacken. Die Jungen neigen wie einst die Alten dazu, sich lieber links zu profilieren, als verständlich neue Ideen unters Volk zu bringen. Ernst Rommeney

Geoffroy de Lagasnerie
Die Kunst der Revolte
Suhrkamp. 160 Seiten. 19,95 €

Edward Snowden, Julian Assange und Chelsea Manning haben allesamt über das Internet »Staatsgeheimnisse« an die Öffentlichkeit gebracht. Nach Ansicht des französischen Philosophen und Soziologen de Lagasnerie handelt es sich dabei um eine neue Form der Politik und des Protestes. Die politische und rechtliche Ordnung werde radikal infrage gestellt. Der Autor verteidigt das anonyme Vorgehen als »Demokratisierung der Zugangsbedingungen zur Demokratie«. In der Flucht Snowdens und seiner Weigerung, vor der Justiz »seines« Landes zu erscheinen, sieht er die Infragestellung der herkömmlichen Form der Staatsbürgerschaft. Sie gründet auf der Forderung, dass der Einzelne frei entscheiden können muss, ob er einer Nation, in die er zufällig hineingeboren worden ist, angehören will oder nicht. Das Vorgehen der Whistleblower sei eine durch das Internet geförderte »Subjektivierung« des Protestes, die traditionelle Formen – wie etwa den »zivilen Ungehorsam« – hinter sich lasse. Das Buch bietet originelle, provozierende Analysen und Gedanken, die leider in einer zum Teil sperrigen Soziologensprache daherkommen. Hartmut Mee

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