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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2011
Basteln am Selbst
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Der Inhalt:

Gottesdienst im Alltag der Welt

Engagiert von China bis Haiti: Die Azubis von Kempen

Als vor genau einem Jahr am 12. Januar auf Haiti die Erde bebte, stand Berufsschulpfarrer Roland Kühne gerade vor den Maurer-Azubis. Und weil er in seinem Religionsunterricht den Bezug zwischen Kirche und Welt für unabdingbar hält, sprach er mit seinen Schülern über dieses Ereignis, das gerade die Welt bewegte. Natürlich wollten die angehenden Maurer gleich helfen. Aber wie? Geld schien ihnen nicht passend, zumal sie davon als Azubis im nordrhein-westfälischen Kempen auch nicht gerade viel in den Taschen hatten. »Ihr könnt ja Häuser bauen«, hat Roland Kühne zu ihnen gesagt. Sie haben ihn beim Wort genommen. Am 29. Januar dieses Jahres ist es nun endlich so weit. Da fährt ein Vortrupp aus Kempen bei Düsseldorf nach Liancourt auf Haiti. Und in den Osterferien geht es richtig los. Dann arbeiten dort zehn Maurer-Azubis mit ihrem Pfarrer Roland Kühne, der selbst gelernter Werkzeugmacher ist, und einem weiteren Lehrer am Bau einer neuen Schule. Zunächst legen sie Bodenplatten, bauen einen Brunnen und ein Wärterhäuschen fürs Material.

Heute freut sich der 53-jährige evangelische Theologe darüber. Das war nicht immer so. Denn er hatte nicht gedacht, wie schwierig sein einfacher Satz »Ihr könnt ja Häuser bauen« in Wirklichkeit war. »Ich habe ein halbes Jahr vergeblich versucht, unsere Manpower anzubieten«, sagt er. Bis er schließlich über den CDU-Abgeordneten Uwe Schummer auf Umwegen zur Peter-Hesse-Stiftung in Düsseldorf kam. Die baut seit 25 Jahren Klassenzimmer auf Haiti. Stifter Peter Hesse kam gerade von einer Taizé-Fahrt zurück und hatte »vor Gott überlegt, wie es nun weitergeht«. Da fand er die Mail von Roland Kühne und nahm Verbindung zu ihm auf. Die Stiftung finanziert das Material für den Schulbau. Auf Spenden, um die Reise nach Haiti finanzieren zu können, hoffen die Berufsschüler nun sehr.

Dabei haben sie sich schon oft einschlägig engagiert. Am Tag der Menschenrechte, dem 10. Dezember, fuhren sie in drei Bussen nach Berlin, um vor der chinesischen Botschaft für die Freilassung des Pekinger Friedensnobelpreisträgers zu demonstrieren. In ihrer Mitte He Xin, der Asylbewerber aus Mühlhausen, den sie durch Publik-Forum kennengelernt hatten. Vierzig Euro hat jeder Schüler für die Fahrt berappt. Von den 4000 Berufsschülern des Kempener Kollegs nehmen 600 am Religionsunterricht teil, nicht wenige engagieren sich seit 2006 gegen L

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