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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 1/2011
Basteln am Selbst
Immer mehr Menschen wollen sich optimieren - um jeden Preis
Der Inhalt:

Der Traum vom spirituellen Erwachen

von Ursula King vom 27.04.2011
Die Menschheit muss die Energie der Liebe nutzen. Nur dann kann die Sehnsucht nach einer gerechteren und friedlicheren Welt Wirklichkeit werden. Plädoyer für eine globale Erneuerung des Geistes

Es ist auffallend, wie viele ähnlich kreative Ideen über Spiritualität und spirituelle Energiequellen von unterschiedlichen Einzelpersonen und Gruppierungen rund um den Globus parallel geäußert werden, ohne dass sie miteinander direkten Kontakt haben. Was heute in Wissenschaft und Kunst, in Religion und Psychologie, in menschlicher Entwicklung und sozialem Denken vorgeht, belegt diese Konvergenz in den Idealen und Zielen für die menschliche Gemeinschaft.

Unter diesen Ansätzen ragt das in vielerlei Hinsicht ähnliche Denken von zwei an sich völlig eigenständigen Autoren heraus: von Pierre Teilhard de Chardin (1881-1955) und dem russisch-amerikanischen Soziologen Pitirim A. Sorokin (1889-1968). Beide sprechen von der für die Entwicklung einer planetarischen menschlichen Gemeinschaft notwendigen transformativen Kraft der Liebe. Beide betrachten die altruistische Liebe als die höchste menschliche Energiequelle für die Transformation der menschlichen Gesellschaft. Und beide stimmen darin überein, dass die Menschen derzeit weniger über die »Liebesenergie« wissen als über Licht, Wärme, Elektrizität und andere Formen von physikalischer Energie, sodass die transformative Kraft der Liebe in all ihren unterschiedlichen Dimensionen – der kosmischen, physischen, biologischen, psychologischen, sozialen, religiösen oder ethischen – erst noch untersucht werden muss.

Teilhard de Chardins Gedanken über die Liebesenergie, die die Beziehung zur Familie, zu Freunden, zur Nation, zur Religion, zur Menschheit und zum ganzen Universum stiftet, sind über sein ganzes Werk verstreut, während Sorokins Vorstellungen in seiner faszinierenden, meisterlichen Studie The Ways and Power of Love (erschienen zuerst 1954) gesammelt sind.

Die großen Kraftstationen. Pitirim Sorokin, Gründungsprofessor für Soziologie an der Harvard University in Cambridge/USA,spricht von der Liebe als einer der höchsten Energiearten überhaupt. Aber wie Teilhard denkt er, Produktion und Funktion von Liebe seien bisher in praktisch allen Gesellschaften noch nicht systematisch bedacht worden. Das zeige einen erstaunlichen Mangel an organisiertem Bemühen seitens der Menschheit, der nun deren Zukunft bedrohe.

In der gesamten Menschheitsgeschichte habe sich die Familie als eine der wirksamsten Agenturen für die Produk

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