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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 2/2013
Die Welt ist keine Kaffeetasse
Warum die Naturwissenschaften die Wirklichkeit nicht vollständig erklären können
Der Inhalt:
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»Wer einmal zahlt, ist verloren«

von Christian Boldt vom 26.01.2013
Filippo Callipo kämpft gegen die Mafia und die Vetternwirtschaft. Der Unternehmer will es allen zeigen, die Süditalien schon abgeschrieben haben. Eine ungewöhnliche Begegnung
Unternehmer Filippo Callipo: »Schon mein Urgroßvater, der Firmengründer, zeigte nie Schwäche bei Erpressungsversuchen.«
(Foto: privat)
Unternehmer Filippo Callipo: »Schon mein Urgroßvater, der Firmengründer, zeigte nie Schwäche bei Erpressungsversuchen.« (Foto: privat)

Zuerst kommt der Kopf ab. Dann müssen die Innereien raus. Der Rest wird in Stücke geschnitten, gewaschen, gekocht, vakuumgekühlt, gehäutet, sortiert und, mit Olivenöl oder Salzlake, in Gläsern oder Dosen gefüllt. Darin lagert der Fisch monatelang.

Das Küstenstädtchen Pizzo liegt am Golf von Sant’Eufemia. Thunfischfang hat hier Tradition. Callipo, Familienunternehmen in vierter Generation, feiert dieses Jahr hundertjähriges Bestehen. Filippo Callipo, der gegenwärtige Chef und Träger des Arbeitsverdienstordens, fand in letzter Zeit auch außerhalb Italiens Beachtung. Denn der politisch aktive Unternehmer weigert sich, mit der ’Ndrangheta, der kalabrischen Mafia, zusammenzuarbeiten. Das klingt nach einer angespannten Lage in Pizzo, das im Stammland der ’Ndrangheta liegt.

Als Callipo in jungen Jahren begann, für die väterliche Firma zu arbeiten, war diese noch klein. Er studierte nie, obwohl der Vater das eigentlich wollte. Dann brauchte er jedoch Filippos Hilfe. Der stand seinem Vater sehr nah und beobachtete oft, wie dieser agierte und reagierte, in beruflichen wie sozialen Situationen. Auch mit seinem Großvater arbeitete Callipo eng zusammen. Er absorbierte jahrelang das erprobte Denken der Alten. »Schon mein Urgroßvater, der Firmengründer, zeigte nie Schwäche bei Erpressungsversuchen der ’Ndrangheta.« Nicht eine Minute lang sei die Frage aufgekommen: »Soll ich mit ihnen reden oder mit der Polizei?« Immer habe man sich sofort an die Polizei gewandt. Als er die Firma übernahm, hatte Callipo seine Lektion gelernt: Nie eine Abkürzung nehmen.

Schüsse im Lagerhaus

Die ’Ndrangheta ließ jedoch nich

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