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Seebrücke statt Seehofer

von Elisa Rheinheimer-Chabbi 11.07.2018
Wenn man zusieht, wie Menschen ertrinken, ist das unterlassene Hilfeleistung. Die ist strafbar. Doch momentan gilt das Gegenteil: Europäische Politiker erklären unterlassene Hilfeleistung zum erwünschten Normalfall. Und so ist beides wahr: Claus-Peter Reisch steht in Malta vor Gericht, weil er 234 Menschen vor dem Ertrinken rettete. Narongsak Osottanakorn, Einsatzleiter der Höhlenrettung in Thailand, wird als Held gefeiert – von europäischen Politikern
Mitte Juli, Berlin, Demo mit Rettungswesten: Die Bewegung »Seebrücke« geht nicht nur in der Hauptstadt, sondern in vielen Städten Deutschlands auf die Straße, um für eine Entkriminalisierung der Seenotrettung zu demonstrieren. (Foto: pa/dpa/Joerg Carstensen)
Mitte Juli, Berlin, Demo mit Rettungswesten: Die Bewegung »Seebrücke« geht nicht nur in der Hauptstadt, sondern in vielen Städten Deutschlands auf die Straße, um für eine Entkriminalisierung der Seenotrettung zu demonstrieren. (Foto: pa/dpa/Joerg Carstensen)

Es ist ein sympathischer Horst Seehofer, der Besuchern der Webseite »Seebrücke des Bundes« entgegenlacht. Neben seinem Konterfei ein Zitat von ihm: »Die Initiative Seebrücke des Bundes stellt für mich einen zentralen Baustein der werteorientierten Asyl- und Flüchtlingspolitik dieser Bundesregierung dar. Unser christliches Menschenbild fordert uns auf, dort zu helfen wo Hilfe nötig ist.« Man reibt sich verwundert die Augen. Nanu, was ist denn jetzt los? Woher kommt diese 180-Grad-Wende?

Auf der Internetseite prangt links oben der Bundesadler, direkt daneben der Schriftzug Bundesministerium des Innern, für Bau und Heimat. »Vor 70 Jahren, 1948/49, rettete die Luftbrücke unserer amerikanischen und britischen Freunde zahlreiche Leben von eingesch