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Rechter Terror: »Geheimdienste, nein danke!«

von Bettina Röder vom 08.06.2012
Rechtsextremismus ist in Deutschland tief in der Gesellschaft verankert. Die Mordserie der Zwickauer Zelle aufzuklären reicht nicht aus, um dieses Problem in den Griff zu bekommen, meint der Magdeburger Extremismus-Experte David Begrich
Rechtsextremismus in Deutschland: Das Problem ist tief in der Gesellschaft verankert. (Foto: pa/Stolt-McP/Bildagentur-online)
Rechtsextremismus in Deutschland: Das Problem ist tief in der Gesellschaft verankert. (Foto: pa/Stolt-McP/Bildagentur-online)

? Herr Begrich, drei Untersuchungskommissionen versuchen gerade, die Mordserie der Neonazis aus der Vergangenheit aufzuklären. Sie selbst warnen vor der akuten Gefahr, haben jüngst auf einer Konferenz in Berlin von den Kontinuitäten des bewaffneten Rechtsextremismus gesprochen...

! Das Thema ist aktuell, weil es ja bis zum heutigen Tag Waffenfunde bei Neonazis gibt und die Kernfrage unbeantwortet im Raum steht: Wie konnte ein Gruppe von Neonazis Mordanschläge begehen, ohne dass die Sicherheitsbehörden das bemerkt haben?

? Was steht dahinter?

! Ob das Bild des Terrorismus, das wir haben, stimmt. Ob es sich wirklich nur um kleine Gruppen handelt oder ob man nicht von einem Bewegungskontext sprechen muss.

? Was meinen Sie damit?

! Die Kontinuität der Szene. Sie kommt ja aus den Kernmilieus, die es in West wie Ost gibt. Wir haben beispielsweise in den letzten Jahren über Skinhead Sächsische Schweiz oder den Nationalen Widerstand Berlin gesprochen. Diese Namen sind aber im Kern Schall und Rauch. Das Entscheidende ist, dass das Milieu, das dahinter steht, sich aus sich selbst reproduziert. Das heißt, da wachsen Strukturen nach. Und es hat sich auch gezeigt, dass diese Strukturen repressionsresistent sind. Das heißt, die Versuche, dem mit Verboten beizukommen, haben sich als ziemlich wirkungslos erwiesen.

? Welche Rolle spielt die NPD?

! Sie spielt in der »Nationalen Bewegung« die zentrale Akteursrolle auf der parlamentarischen Ebene. Aber

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