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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 6/2012
Gesellige Einzelgänger
Pilgern: Sich selbst auf der Spur – und vielleicht auch Gott
Der Inhalt:

Organspende ja oder nein?

von Christine Franke vom 20.03.2012
Warum der Zwang zur Entscheidung falsch ist. Zwischenruf einer Krankenhausseelsorgerin
Wir alle werden künftig regelmäßig gefragt werden, ob wir gegebenenfalls Organe spenden:  Aber ist ein Schreiben der Krankenkasse dafür der richtige Weg?  (Foto: pa/May)
Wir alle werden künftig regelmäßig gefragt werden, ob wir gegebenenfalls Organe spenden: Aber ist ein Schreiben der Krankenkasse dafür der richtige Weg? (Foto: pa/May)

»Ja, nein, ich weiß nicht.« - Das alles können wir jetzt antworten, wenn wir von der Krankenkasse gefragt werden »Wie hältst du’s mit der Organspende?« Koalition und Opposition haben sich in den vergangenen Wochen darauf geeinigt, dass jeder Krankenversicherte in Deutschland künftig in regelmäßigen Abständen zu seiner Bereitschaft, seine Organe zu spenden, befragt werden soll. Ein entsprechender Brief mit Informationen soll bereits in diesem Jahr analog zur neuen elektronischen Gesundheitskarte verschickt werden. Auf der, so der Plan, wird dann auch die Entscheidung gespeichert. So weit die Lage. Seit Wochen beschäftigt mich nun die Frage, dass und wie wir nun gefragt werden. Denn als Seelsorgerin begleite ich Tag für Tag Menschen, die auf ein Herz oder eine Lunge warten - und ihre Angehörigen.

Luisa ringt bei jedem Atemzug nach Luft

So habe ich Luisa kennengelernt. Sie ist 19, frisch verliebt und macht Judo. Bei jedem Atemzug ringt sie nach Luft - kaum auszuhalten ist das für ihre Mutter und die jüngere Schwester. Oder Ole, er ist vier und wartet auf ein Herz, damit er wieder auf die Spielplatz-Rutsche kann. Seine Mutter weicht kaum von seinem Bett; dabei treiben sie noch andere Fragen um: Wie werden ihr Mann und Oles ältere Schwester zu Hause mit der Situation fertig? Oder Tanja F.: Die 42-Jährige wird von ihrem Mann und ihrer Mutter begleitet. Daheim wartet ihre zweijährige Tochter auf sie. Tanja will möglichst schnell wieder zurück zu ihr. Und Herr Müller ist vor Kurzem erst in Rente gegangen - jetzt sollte für ihn und seine Frau noch mal ein neues Kapitel Leben beginnen: reisen, der kleine Garten und endlich, endlich genug Zeit für die Enkelkinder.

Namen, Geschichten, Biografien, über die ich ganze Bücher schreiben könn

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