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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2019
Höhenglück
Warum uns die Alpen so faszinieren
Der Inhalt:

»Meine Hauptwaffe ist die Zunge«

von Constanze Bandowski vom 30.08.2019
Sozialprotokoll: Cord Varrelmann ist Polizist und liebt seinen Beruf. Was er beklagt: Der Ton in der Gesellschaft wird immer rauer
Polizist Cord Varrelmann: Musste noch nie die Dienstwaffe einsetzen (Foto: Bandowski)
Polizist Cord Varrelmann: Musste noch nie die Dienstwaffe einsetzen (Foto: Bandowski)

Kaum zu glauben, aber in vier Jahren feiere ich mein vierzigjähriges Dienstjubiläum. In diesen 36 Jahren habe ich viel erlebt, aber ich bin immer noch gerne Polizist. Die Aufgabe von uns Polizisten ist extrem wichtig. Mein Dienstherr, das Land Niedersachsen, vertraut uns die Ausübung des Machtpotenzials an. Damit übernehmen wir eine große gesellschaftliche Verantwortung. Die Demokratie steht für uns immer im Vordergrund und damit die Freiheit der Bürgerinnen und Bürger.

Anders als früher bin ich heute kaum noch auf der Straße. Darüber bin ich froh. Als Polizeihauptkommissar und Dienstschichtleiter in Stade arbeite ich meistens in der Wache. Nur zwei bis drei Mal im Monat fahre ich raus, und bei personellen Engpässen springe ich natürlich ein. Großeinsätze bei Bundesligaspielen oder Ereignissen wie dem G20-Gipfel in Hamburg gibt es für uns Polizisten in Stade kaum. Trotzdem stehen im Sommer immer Überstunden an wegen Stadtfesten, Festivals und Urlaubszeit. Ich habe hundert Überstunden auf der Uhr, das ist völlig normal. Zum Glück bin ich sehr robust und kann immer noch gut schlafen, obwohl der Schichtdienst mir mit zunehmendem Alter ziemlich auf die Nerven geht. An diesem Wochenende hatte ich Doppelschicht im Nachtdienst, das heißt zwei Mal zwölf Stunden. Da sehe ich meine Familie oder Freunde fast gar nicht. Heute bin ich zum Kaffeetrinken aufgestanden, um wenigstens etwas vom Sonntag zu haben. Ich bin ein echter Familienmensch, deshalb schlaucht das schon.

Ich habe meine Ausbildung 1983 begonnen, drei Jahre später war ich fertig. Das war die Zeit der Anti-Atomkraft-Demonstrationen. Bei den Castor-Transporten hatten wir teilweise Großeinsätze von fünf bis sechs Tagen. Mir hat das nie etwas ausgemacht:

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