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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2020
Erbsünde Rassismus
Schwarze Befreiungstheologie von der Sklaverei bis zur Ermordung George Floyds
Der Inhalt:

Lichtblick im Libanon

von Elisa Rheinheimer-Chabbi vom 05.07.2020
Ein feministischer Dachverband kann vieles sein. In einem Flüchtlingslager im Libanon sind das Frauen, die Gärten anlegen. Diese Dachgärten bedeuten Emanzipation – und schenken Seelenfrieden.
Oasen im tristen Lageralltag: Frauen wie Hanan Hajaj sind auf den Dachgärten ihre eigenen Chefinnen.  (Foto: medico international/Russell)
Oasen im tristen Lageralltag: Frauen wie Hanan Hajaj sind auf den Dachgärten ihre eigenen Chefinnen. (Foto: medico international/Russell)

Mehr als 100 000 Menschen leben in dem palästinensischen Flüchtlingslager Ein El-Hilweh im Libanon auf engstem Raum. Grau und trostlos ist es, eine Mauer begrenzt das gerade einmal 1,5 Quadratkilometer große Lager. Der Eingang wird vom libanesischen Militär kontrolliert, Milizen beherrschen die Straßenzüge. Das Camp gibt es bereits seit 1948, viele der Familien, die hier leben, kennen nichts anderes.

Inmitten dieser traurigen Realität hat eine Frauenkooperative mit dem Bau von Dachgärten begonnen. Und plötzlich blüht und sprießt es, bringen bunte Farbtupfer Freude in den Alltag. In Gewächshäusern auf den Flachdächern des Lagers gedeihen Zucchini und Auberginen, Tomaten und Gurken, Orangen und Zitronen. »Aufs Dach gehen und Obst und Gemüse zu ernten ist ein Glücksgefühl«, sagt Umm Ammer, die sich an dem Projekt beteiligt.

Angeregt wurde es von der lokalen Hilfsorganisation Nashet und ihrer Frauenkooperative, unterstützt wird es von der Menschenrechtsorganisation medico. Umm Ammer schwärmt davon, »die Pflanzen beim Wachsen zu beobachten, im Grünen zu sitzen, mich mit den anderen Nachbarinnen und Gärtnerinnen auszutauschen«.

Die Dachgärten bedeuten für viele Frauen einen ersten Schritt in die Selbstständigkeit und ökonomische Unabhängigkeit. Denn mit der Ernte können sie ihre Familien versorgen, und mit Unterstützung der Frauenkooperative Zewedetna verkaufen sie das Gemüse auf Märkten außerhalb des Lagers. Im Haus der Kooperative werden aus einem Teil der Ernte Marmelade, Aufstriche und andere Produkte hergestellt. Außerdem kochen die Frauen hier auch für zahlende Gäste

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