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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 13/2020
Der Gott von gestern
Warum die Kirchen in der Krise sprachlos sind
Der Inhalt:

Kante zeigen gegen Rassismus

von Ulrike Schnellbach vom 24.07.2020
Wer diskriminierende Äußerungen durchgehen lässt, signalisiert Zustimmung. Wer das nicht will, muss reagieren – aber wie?
Rassistischen Parolen Paroli bieten: Szene aus Pepe Danquarts Kurzfilm »Schwarzfahrer« (Foto: dpa)
Rassistischen Parolen Paroli bieten: Szene aus Pepe Danquarts Kurzfilm »Schwarzfahrer« (Foto: dpa)

Fahrkartenkontrolle! »Ich lasse mich doch nicht von einem Schwarzen kontrollieren!«, empört sich ein Fahrgast. Elke* und ihre Freundin sind konsterniert, sagen aber nichts. »Wir waren einfach sprachlos«, erzählt die Mittfünfzigerin mit betretener Miene. Das habe sie noch lange geplagt, »ein ganz mieses Gefühl«.

Eine Party unter jungen Leuten. Annette, die als Kind aus Indien in Deutschland adoptiert wurde, geht an einem Tisch vorbei, an dem auch der Freund einer Freundin sitzt. »Und?«, fragt er beiläufig, »wie ist das so: als Neger durch die Welt zu laufen?« Stille, nicht nur Annette bleibt die Spucke weg. Dann wird weitergefeiert. Schwamm drüber. War ja sicher nicht so gemeint. Schwamm drüber? Für Annette ist das keine Option. Die Szene hat Folgen: Sie führt zum Bruch mit ihrer Freundin.

Sprachlosigkeit ist eine häufige Reaktion, wenn sich jemand diskriminierend oder rassistisch äußert. Eine der schlechtesten Reaktionen – denn Aussagen, die unwidersprochen bleiben, gelten als in Ordnung.

Wie aber reagieren, wenn man Zeuge diffamierender Parolen wird? Die eine richtige Antwort gibt es nicht. In der Öffentlichkeit, unter Fremden, wird man anders reagieren als im privaten Umfeld. Auch kommt es darauf an, mit wem man es zu tun hat: Eine Person, die Toleranz und Vielfalt ablehnt, die demokratische Gesellschaftsordnung infrage stellt oder zerstören will, wird kaum zu erreichen sein, egal was wir sagen. Erreichen können wir aber möglicherweise die umstehenden Mithörenden (oder im Internet Mitlesenden). Und die Opfer der beleidigenden Äußerung – den dunkelhäutigen Fahrkartenkontrolleur, die Freundin indischer Abstammung –, mit denen wir uns solidarisch zeigen. Das ist wichtig. Denn fü

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