Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 17/2019
Höhenglück
Warum uns die Alpen so faszinieren
Der Inhalt:

Jetzt muss Ramelow die AfD verhindern

von Ulrike Scheffer vom 04.09.2019
In Sachsen und Brandenburg ist der totale Triumph der Rechten abgewehrt worden. Auch Ministerpräsident Bodo Ramelow wird es bei der Wahl in Thüringen schwer haben, denn die AfD hat seine Linkspartei im Osten klar abgehängt
(Zeichnung: Mester)
(Zeichnung: Mester)

Am Ende kam es schlimmer als erwartet. Bei den Landtagswahlen in Sachsen und Brandenburg am vergangenen Sonntag hat die AfD Rekordergebnisse erzielt. In beiden ostdeutschen Bundesländern gaben rund ein Viertel der Wähler ihre Stimme den Rechten, die hier eindeutig als rechtsradikal einzustufen sind. In Sachsen waren es sogar 27,5 Prozent. Im Vergleich zur Europawahl im Mai hat die AfD noch einmal deutlich zugelegt. Einziger Lichtblick dieser beiden Wahlen: Die beiden Ministerpräsidenten, Dietmar Woidke (SPD) aus Brandenburg und Michael Kretschmer (CDU) aus Sachsen, schafften es mit einem engagierten persönlichen Wahlkampf, ihre Parteien aus dem Umfragetief herauszuholen und trotz Verlusten jeweils wieder zur stärksten Kraft zu machen.

Die AfD bleibt ihnen aber auf den Fersen. In nur wenigen Jahren hat sie sich zur zweitstärksten Kraft im Osten gemausert und hat eine andere Partei, die für sich beanspruchte, dort Volkspartei zu sein, weit hinter sich gelassen: die Linkspartei. Sie erhielt in Sachsen und Brandenburg gerade einmal um die zehn Prozent der Stimmen. Wie kann das sein? Warum sind so viele ostdeutsche Wähler innerhalb weniger Jahre vom linken zum rechten Rand des politischen Spektrums gewandert? Vielen Wählern im Osten gehe es gar nicht um Inhalte, sondern einfach darum, den etablierten Parteien – denen da oben – einen Denkzettel zu verpassen, sagt Hendrik Träger, Politologe an der Uni Leipzig. Sie fühlten sich nicht genug wahrgenommen. »Diese Leute haben früher die PDS und später die Linke gewählt. Fast dreißig Jahre nach der Wende gehört die Partei aber selbst zum Establishment.« Zum bundesdeutschen Establishment, muss man hier wohl ergänzen, schließlich war die Vorvorgängerpartei der Linken, die SED, früher Staatsp

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen