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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2012
Gefährlicher Reichtum
Warum wir eine gerechte Verteilung brauchen
Der Inhalt:
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Gefährlicher Reichtum: Das Dossier

von Wolfgang Kessler vom 20.11.2012
Politik und Wirtschaft wollten die Reichen reicher machen, damit sie die Armut lindern können. Entstanden ist eine Gesellschaft, in der Banken systemrelevanter sind als Menschen: Die Revolution frisst ihre Väter. Das Publik-Forum Dossier zum Thema
Bankenmacht in Frankfurt am Main: Mit dem privaten Reichtum wächst die öffentliche Armut. (Foto: pa/May)
Bankenmacht in Frankfurt am Main: Mit dem privaten Reichtum wächst die öffentliche Armut. (Foto: pa/May)

Die Reichen sind noch reicher geworden, und noch mehr Menschen sind von Armut bedroht. Wer dies nicht glaubt, schaue doch in den Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung. Für die Politik ist die wachsende Kluft zwischen Arm und Reich (siehe dazu das Publik-Forum Dossier »Gefährlicher Reichtum«) ein moralischer Offenbarungseid. Dass die Reichen reicher und die Ärmeren zahlreicher werden, ist die Folge einer Wirtschaftspolitik, die seit mehr als zwanzig Jahren von der überwiegenden Mehrheit in Politik und Wirtschaft betrieben und begrüßt wird.

Fette Pferde, arme Spatzen

In den vergangenen zwei Jahrzehnten wurde ein Wirtschaftsliberalismus etabliert, der auf wenigen Grundsätzen beruht: Der freie Markt ist effizienter als der Staat; privat ist wirtschaftlicher als öffentlich; Gewinne schaffen Arbeit, Löhne sind Kosten. Aus diesem Denken folgt eine klare Politik: Steuern senken, Sozialleistungen schleifen, staatliche Regeln beseitigen, Löhne senken, Gewinne erhöhen, Gesundheit, Wasserversorgung, Rente, Bahn, Bildung privatisieren. Man müsse die fettesten Pferde füttern, damit auch für die Spatzen mehr Pferdeäpfel abfallen, hieß es im Umfeld der ehemaligen britischen Premierministerin Margaret Thatcher. Diese Pferde-Spatzen-Philosophie und die darauf basierende Politik hat die Welt revolutioniert.

In den wichtigsten Industrieländern, allen voran in den USA und in Großbritannien, stiegen die

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