Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 21/2012
Gefährlicher Reichtum
Warum wir eine gerechte Verteilung brauchen
Der Inhalt:

Die oben und die unten

von Bettina Röder vom 09.11.2012
Der Armuts- und Reichtumsbericht der Regierung: die Fakten

Zunächst die gute Nachricht: Die Arbeitslosenquote in Deutschland ist auf dem niedrigsten Stand seit der Wiedervereinigung. Im Juli 2012 zählte sie mit 5,5 Prozent neben der Österreichs, Luxemburgs und der Niederlande zu den niedrigsten in der Europäischen Union. Das geht aus dem Entwurf zum vierten Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung hervor. Die Analyse, die alle vier Jahre herauskommt, hat das Bundesarbeitsministerium vorgelegt.

Arbeit: Bei den Jugendlichen im Alter zwischen 15 und 24 Jahren weist Deutschland mit aktuell 8,0 Prozent sogar die geringste Quote in der EU auf. Im EU-Durchschnitt lag die Arbeitslosenquote junger Menschen im Juli 2012 bei 22,5 Prozent. Die höchste Arbeitslosenquote hat zur Zeit Spanien mit 25,02 Prozent, gefolgt von Griechenland mit 23,13 Prozent.

Nicht erwähnt wird in dem Bericht, dass der Unterschied zwischen Ost und West in Deutschland immer noch groß ist. Während der Durchschnitt in den alten Bundesländern bei 5,6 Prozent liegt, beträgt er in Ostdeutschland 9,8 Prozent. Schlusslichter sind mit über zehn Prozent Sachsen-Anhalt, Mecklenburg-Vorpommern, Bremen und Berlin. Die Frage nach der Dunkelziffer derer, die keine Arbeit haben, aber von der Statistik nicht erfasst sind, stellt der Bericht nicht.

Vermögen: Bittere Realität ist vor allem aber eins: Die Kluft zwischen Arm und Reich wächst auch hierzulande. So hat sich das private Nettovermögen allein zwischen 2007 und 2012 um 1,4 Billionen Euro erhöht. So vereinten »die vermögensstärksten zehn Prozent der Haushalte über die Hälfte des gesamten Nettovermögens auf sich«. Der Anteil dieses obersten Zehntels sei dabei »im Zeitverlauf immer weiter gestiegen«. Von 45 Prozent im Jahre 1998 auf mehr als 53 Prozent des Nettogesamtvermögens. Die untere Hälfte der Haushalte verfüge über nur gut ein Prozent des gesamten Nettovermögens, heißt es.

Öffentliche Armut: Doch auch die öffentlichen Haushalte haben immer weniger zur Verfügung. Das Arbeitsministerium schreibt dazu: »Während das Nettovermögen des deutschen Staates zwischen Anfang 1992 und Anfang 2012 um über 800 Milliarden Euro zurückging, hat sich das Nettovermögen der privaten Haushalte von knapp 4,6 auf rund 10 Billionen Euro mehr als verdoppelt.« Allerdings s

PFplus

Weiterlesen mit Publik-Forum Plus:

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für »Publik-Forum«-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen