Zur mobilen Webseite zurückkehren
Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 12/2017
Im Herzen die Freiheit
Iran: Reise in ein Land der Widersprüche
Der Inhalt:

Garton Ash hofft auf Exit zum Brexit

von Bettina Röder vom 29.06.2017
Die Gespräche zum Austritt Großbritanniens aus der EU haben gerade begonnen. Vor ziemlich genau einem Jahr hatten 51,9 Prozent der Briten für den Brexit gestimmt. Doch ob Großbritannien nun wirklich mit letzter Konsequenz dem europäischen Binnenmarkt »Goodbye« sagt? Der Historiker Timothy Garton Ash hofft auf die Macht des Faktischen
Timothy Garton Ash: »Warten wir ab, was passiert, falls die Brexit-Verhandlungen in absehbarer Zeit abgebrochen werden, weil es zu keiner Einigung kommt.« (Foto: pa/keystone/Schneider)
Timothy Garton Ash: »Warten wir ab, was passiert, falls die Brexit-Verhandlungen in absehbarer Zeit abgebrochen werden, weil es zu keiner Einigung kommt.« (Foto: pa/keystone/Schneider)

Publik-Forum: Herr Garton Ash, hat Ihnen die jüngste Parlamentswahl nach der Brexit-Entscheidung Hoffnung gemacht? Die Wahl im Juni, die für Theresa May mit einem überraschend schlechten Ergebnis endete?

Timothy Garton Ash: Ich erhoffe mir, dass wir in der EU bleiben, ja. Dafür gibt es im Moment eine Chance von immerhin zwanzig Prozent.

Wie das? Der Austritt ist doch beschlossene Sache …

Garton Ash: Warten wir ab, was passiert, falls die Verhandlungen in absehbarer Zeit abgebrochen werden, weil es zu keiner Einigung kommt. Was passiert mit dem britischen Pfund, was passiert mit der Gefühlslage der britischen Nation? Es gibt diese Chance, dass man nach sechs Monaten oder einem Jahr begreift, wie gefährlich dieser Austritt für unser Land ist.

Jetzt haben aber erst mal die Verhandlungen zum Austritt begonnen. Was erwarten Sie?

Garton Ash: Eine Lösung ähnlich der, die mit Norwegen gefunden wurde: Also mit Beteiligung am europäischen Wirtschaftsraum. Dennoch halte ich den Brexit für eine Tragödie. Die Gesellschaft ist tief gespalten und irgendwie verloren. Eine große Verwirrung ist überall zu spüren.

Worum geht es jetzt in Europa?

Garton Ash: Für Europa stellt sich die Frage, wie es gelingt, diesen Austritt mitzugestalten. Es gibt keinen Grund, warum Großbritannien nicht bei der Europäischen Sicherheitspolitik dabei sein sollte. Die Krise Europas ist durch den Brexit ja nicht gelöst. Auch nicht die in Frankreich. Machen wir uns nicht vor, dass die ganze Well

Wählen Sie Ihren Zugang und lesen Sie direkt weiter.

Digital-Zugang
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen
Digital-Zugang für "Publik-Forum"-Print-Abonnenten
  • Ergänzend zu Ihrem Print-Abonnement
  • Alle über 20.000 Artikel auf publik-forum.de frei lesen und vorlesen lassen
  • Die aktuellen Ausgaben von Publik-Forum als App und E-Paper erhalten
  • 4 Wochen kostenlos testen