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von Markus Dobstadt vom 30.05.2018
Wie kann man die deutschen Rüstungsexporte, die auch an kriegführende Länder gehen, beenden? Mehrere tausend Menschen protestieren derzeit mit einem Staffellauf durch Deutschland gegen die Waffenverkäufe. Die Aktion unter dem Motto »Frieden geht!« endet am Samstag in Berlin mit einer Kundgebung. Besuch beim Stopp in Frankfurt am Main
Der Staffellauf »Frieden geht« zieht durch Frankfurt, mit dem Panzer aus Holz und Pappe protestieren die Teilnehmer besonders gegen die Rüstungsexporte in die Türkei (Foto: www.frieden-geht.de/Flickr)
Der Staffellauf »Frieden geht« zieht durch Frankfurt, mit dem Panzer aus Holz und Pappe protestieren die Teilnehmer besonders gegen die Rüstungsexporte in die Türkei (Foto: www.frieden-geht.de/Flickr)

Ein beiger Panzer rollt vor die Frankfurter Paulskirche, er ist aus Pappe und Holz gebaut. »Der Tod ist ein Meister aus Deutschland« hat jemand in schwarzer Farbe daraufgeschrieben, den Vers aus Paul Celans Gedicht Todesfuge. Oben auf der Luke ist der Kopf einer Person zu sehen, die dem türkischen Präsidenten Erdogan ähnelt. Ein Protest gegen den Export deutscher Panzer in die Türkei, die beim Krieg gegen die Kurden auch deutsche Leopards einsetzt. Der Staffellauf durch Deutschland unter dem Motto »Frieden geht!« macht in Frankfurt Station.

Im Schatten der Paulskirche haben sich vielleicht zweihundert Menschen versammelt, darunter Teilnehmer des Laufes, die gerade aus Neu-Isenburg kommen und mit viel Applaus empfangen wurden. Auf ihren weißen T-Shirts ist die Strecke abgebildet, die sie bei dem 13-tägigen Lauf zurücklegen: Von Oberndorf in Baden-Württemberg, dem Sitz der Waffenschmiede Heckler & Koch, führt sie bis nach Berlin, wo der Bundessicherheitsrat über Waffenexporte entscheidet, vorbei an weiteren Waffenschmieden wie Krauss-Maffei Wegmann in Kassel oder Jenoptik in Jena. Mehr als 1300 Menschen haben sich für einzelne Teilstrecken angemeldet, Tausende weitere stoßen dazu. Sie sind mit dem Rad, wandernd oder joggend unterwegs, manche Abschnitte sind als Marathon oder Halbmarathon ausgewiesen. Wer will, kann sich sportlich ins Zeug legen.

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Mit dabei ist auch der 65-jährige Willi Koch aus Denkingen in Baden-Württemberg, der mit dem Fahrrad mitfährt. Er ist begeistert von der Aktion. Unterwegs gebe es »ganz ganz viel Zu

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