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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 18/2014
Da geht noch was!
Träume leben im Alter
Der Inhalt:

Frauenquote in Chefetagen?

vom 28.09.2014
Mehr Frauen in Führungspositionen: Dieses Ziel verfolgt die Bundesregierung mit einem Gesetzentwurf zur Frauenquote in deutschen Unternehmen. Doch Frauenministerin Manuela Schwesig musste die Gesetzesvorlage bereits nachbessern. Zu viel Widerstand kam aus der Wirtschaft. Eine verbindliche Geschlechterquote von dreißig Prozent strich sie jetzt. Ist die Frauenquote für die Chefetage sinnvoll? Das Pro- und Contra von Martin Rosowski und Bettina Röder – und Thema unserer aktuellen Umfrage. Machen Sie mit!
Frauenquote in Chefetagen? Martin Rosowski (links) sagt: "Ja!" Bettina Röder (rechts) sagt: "Nein!"
Frauenquote in Chefetagen? Martin Rosowski (links) sagt: "Ja!" Bettina Röder (rechts) sagt: "Nein!"

Martin Rosowski: »Ja! Denn neue Frauen braucht das Land«

»Neue Frauen!? Ging es nicht eigentlich um neue Männer? Na gut, auch so herum könnte ein Schuh draus werden: Wenn ein Ruck der Veränderung durch unser Land gehen, die Balance zwischen Beziehungs- und Arbeitsleben hergestellt werden und Leistung endlich in Motivation, Kreativität und Kompetenz und nicht ausschließlich in am Arbeitsplatz verbrachten Stunden gemessen werden soll – dann brauchen wir auch »neue« Frauen! Logischerweise genau dort, wo sie die längst überfälligen Veränderungen entscheidend mitgestalten können: auf den Chefsesseln. Dazu scheint die Quote eines von mehreren probaten Mitteln zu sein.

Doch probat bleibt dieses Mittel nur, wenn es eben nicht lediglich dazu führt, solche Frauen in Führungspositionen zu bringen, die mit ihrem Arbeits-, Führungs- und Kommunikationsstil patriarchale Unternehmenskulturen fortschreiben. Es kann also nicht allein darum gehen, Frauen aus dem Gebot der Gerechtigkeit heraus in Führungspositionen zu bringen. Nein, es gilt auch dafür zu sorgen, dass in den Chefetagen Erfahrungen wirkmächtig werden, die aus vielfältigen Lebensentwürfen und ihren Interessenlagen heraus erwachsen.

Für den Anfang wäre es da schon mal gut, wenn auf den Managementebenen zunehmend auch aktive Väter und Mütter oder Männer und Frauen sitzen würden, auf die daheim pflegebedürftige Eltern warten. Wenn sich unser Land zu einer lebensfreundlichen Gesellschaft für alle entwickeln soll, dann sind solche Frauen

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Kommentare
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Hanna Leinemann
29.09.201416:51
Ja, qualifizierte Frauen haben heute den vergleichbar qualifizierten Männern gegenüber immer noch das Nachsehen, und mit Halbe-Halbe in den Chef(innen)etagen ergäbe sich endlich einmal eine ausgeglichenere Stimmung. - Eine Frau, die um ihre Qualitätsarbeit weiß, kann doch nicht beleidigt sein, weil sie wegen dieser Qualität über Quote ins Management kam, ganz im Gegenteil. -
Heidrun Meding
28.09.201416:39
Martin Rosowski schreibt von einer "lebensfreundlichen Gesellschaft". Prima!
Und Bettina Röder schreibt, es sei besser, wenn "Frauen um ihre Plätze in Chefetagen kämpfen". Positives Denken, gut so!
Die sogenannte Herrschende Klasse, bestehend aus Einzelpersonen oder Familienclans mit Riesenvermögen (zwischen 500.000 Millionen EURO und rund 15 Milliarden EURO) denkt noch immer äußerst partriarchalisch.
In den Familienclans der Superreichen haben somit die Männer das Sagen.
Erst wenn wir zu insgesamt demokratischeren Umgangsformen auch im Wirtschaftsleben kommen, wird sich ein natürliches Gleichgewicht auch in den Führungszirkeln der Macht ergeben.
Aber das kann bekanntlich dauern. Deshalb sollen wir bei der Erziehung unserer Töchter darauf hinwirken, dass auch Mädchen zu selbstbewussten Menschen werden können, die sich hohe politische Ämter oder auch Führungspositionen in der Wirtschaft zutrauen.
Es liegt also auch an uns, der Elterngeneration, die Weichen richtig zu stellen.