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Dieser Artikel stammt aus
Publik-Forum, Heft 8/2013
Landraub
Der globale Kampf um Boden fordert Opfer
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Eine heiße Ware namens Land

von Fred Pearce vom 26.04.2013
Die Familien von Ongwek und Omot Ochan lebten von Honig, Vieh und Fischfang. Doch ihr Land wurde verkauft, ihre Existenz ist bedroht. Zwei Schicksale von vielen weltweit – die das Publik-Forum Dossier »Landraub« zum Thema macht
Der Kenianer Ongwek: Ein Mann ohne Land, eines von vielen Opfern des US-Unternehmers Burgess (Foto: Pearce)
Der Kenianer Ongwek: Ein Mann ohne Land, eines von vielen Opfern des US-Unternehmers Burgess (Foto: Pearce)

Bei Spekulanten an der Wall Street, Ölscheichs vom Arabischen Golf, bei indischen Unternehmern und Finanzinvestoren wie George Soros steht eines derzeit ganz oben auf der Einkaufsliste: Land. Land ist die ganz heiße Ware. Unzählige Ländereien von der Größe Luxemburgs – und größer – stehen in den Weiten von Afrika, in den Steppen von Südostasien und in den Urwäldern von Lateinamerika zum Verkauf. Die britische Hilfsorganisation Oxfam schätzt, dass Landkäufer im vergangenen Jahrzehnt etwa 220 Millionen Hektar erworben haben – eine Fläche so groß wie Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Spanien, Italien, Belgien und die Niederlande zusammen.

Sie geben vor, das Land zu kaufen, um die wachsende Weltbevölkerung zu ernähren. Das Problem dabei: Das Land wird den Menschen genommen, die am ärmsten sind und am meisten unter Hunger leiden. Diese Menschen brauchen das Land, um sich überhaupt ernähren zu können. Aber sie haben nicht genügend Macht, um zu verhindern, dass ihre Regierungen das Land hinter ihrem Rücken verkaufen.

Es geht um Menschen wie Omot Ochan, den ich in der abgelegenen Provinz Gambella in Äthiopien getroffen habe. Die Regierung in Addis Abeba hat sein Land an eine Gesellschaft namens Saudi Star verkauft. Sie ist im Besitz von Mohammed Al Amoudi, dem zweitreichsten Bürger von Saudi-Arabien. Al Amoudi ist zugleich ein Freund des ehemaligen äthiopischen Premierministers Meles Zenawi und finanzierte einst dessen Wahlkampf.

In dem kleinen Waldstück, das Omot Ochan noch geblieben ist, zwei Stunden Autofahrt von der nächsten Stadt entfernt, sitzen wir auf dem Fell eines Rehs. Wie hat sich

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